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Nachrichten Kultur Das war das Konzert von Beth Ditto im Capitol
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01:15 27.07.2018
Weniger Punk, mehr Pop: Beth Ditto. Quelle: Michael Wallmüller
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Hannover

Der Schweiß rinnt nur so. Über das Gesicht von Beth Ditto, die mit der vollen Kraft ihrer Stimme die Ballade „We Could Run“ dahinschmettert. Und auch bei den knapp 1500 Fans im Capitol, die sich in die wohlig-warme Musik schmiegen und gedankenverloren von einer Seite zur anderen mitwippen. Draußen knallt die Sonne bei knackigen 32 Grad. Die Luft im Capitol klebt. Dort hat die Sängerinjetzt ihr aktuelles Album „Fake Sugar“ vorgestellt.

Die ehemalige Gossip-Sängerin Beth Ditto präsentiert ihr aktuelles Album "Fake Sugar" im Capitol.

Zwei Jahre ist es jetzt her, dass Beth Ditto und ihre Bandkollegen von Gossip sich entschieden, getrennte Wege zu gehen. Seit 1999 hatten die drei Amerikaner zusammen Musik gemacht, wurden für ihre Mischung aus Disco und Punk gefeiert. Und für die unverblümte Art ihrer Frontfrau Ditto. Mit 23 Jahren schrieb sie den Gossip-Hit „Standing in the Way of Control“ – mit der punkig angehauchten Powerpop-Hymne protestierte sie gegen die Nichtanerkennung gleichgeschlechtlicher Ehen in der amerikanischen Verfassung. 2013 hat sie ihre Freundin Kristin Ogata auf Hawaii geheiratet.

Mit der Band Gossip wurde sie international berühmt. Der Song „Heavy Cross“ hielt sich 97 Wochen lang in den deutschen Singlecharts. Natürlich singt sie den großen Hit auch für ihre Fans in Hannover, ebenso andere Songs aus Gossip-Zeiten oder auch „Jolene“ von Dolly Parton und „Under The Bridge“ von den Red Hot Chili Peppers. Die Klassiker schaffen es noch mehr als jeder neue Song, beim Publikum Jubel auszulösen.

Mit dem ersten Solo-Album „Fake Sugar“, das im vergangenen Sommer erschienen ist, hat Beth Ditto nun das Rotzige etwas zurückgefahren. Leider. Die Songs sind massentauglicher und leichter zugänglich: „Fire“ klingt nach Bluesrock, „We Could Run“ ist eine Power-Ballade. Weniger Punk, mehr Pop. Weniger künstliche Töne, noch mehr Gitarre. Das ist zwar schade, aber jeder wird mal erwachsen. Und das Gute: In den neuen Songs kann sie noch viel mehr von ihrer außergewöhnlichen Stimme zeigen. „Fake Sugar“ heißt das Album, aber die Musik ist wie echter Zucker: süß und vielleicht auch ein bisschen klebrig. Wie die Luft an diesem heißen Sommerabend im Capitol.

Von Johanna Stein

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