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17:20 11.03.2018
Sunrise Avenue-Frontman Samu Haber. Quelle: Kutter
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Hannover

Samu Haber weiß, wie es geht: „You are Beautiful the Way You are“ – „du bist schön, so wie du bist“ singt der blonde Frontsänger der finnischen Band Sunrise Avenue mit tiefer Stimme, blickt überlebensgroß mit seinen blauen Augen von der Leinwand in die Menge – und hat das Publikum direkt gewonnen. Klatschen, Jubel, rote Herzluftballons steigen auf. Der Konzertabend kann beginnen.

Kurz zuvor hatte der deutsche Singer-Songwriter Tim Kamrad die Fans in eine entspannte Konzertstimmung gebracht. Bedachten sie die Präsentation dessen Debütalbum "Down & Up" allerdings noch mit verhaltenem Applaus, folgen sie Habers "Hände hoch, Hannover" ohne zu zögern. Die Finnen touren seit Herbst 2017 mit ihrem neuen Album "Heartbreak Century" durch Europa. Für März haben sie 13 zusätzliche Shows angekündigt.

 

Man könnte Sunrise Avenue als ein musikalisches Phänomen bezeichnen. Album für Album präsentieren die Finnen einen wiedererkennbaren und immer gleichbleibenden Sound irgendwo zwischen Pop und Rock. So auch auf dem mittlerweile fünften Studioalbum. Mal beginnen ihre Lieder mit einer einzelnen Gitarre, mal mit Klavier, mal a capella. Mit seiner durchdringenden sonoren Stimme besingt der 41-Jährige tiefe Gefühle wie Liebe, Einsamkeit, Verlassenwerden, Aufbruch, Melancholie, Wut. Doch zusammengemischt im pochenden Vier-Vierteltakt verkommen sie zu relativ eindimensionalen radiotauglichen Drei-Minuten-Gute-Laune-Songs. Die Kritik des neuen Albums an einer vereinsamenden Gesellschaft, die das Leben nur noch auf dem Smartphone-Display verfolgt, geht dabei ein wenig unter.

Schon am Morgen versammeln sich die ersten Fans der finnischen Rockband auf der Expo Plaza. Ihr Ziel: Am Abend die besten Plätze abstauben. Bis dahin vertreiben sie sich die Zeit mit Musik und Gesprächen.

Und dennoch treffen die Finnen mit genau dieser Mischung den Geschmack der Fans in der fast ausverkauften Tui-Arena. Viele von ihnen hatten seit 6 Uhr morgens vor der Konzerthalle ausgeharrt, in der Hoffnung einen Platz im erster Reihe vor der Bühne zu ergattern.

 

Drinnen werden sie nicht enttäuscht. Höhepunkte von alten Songs wie „Lifesaver“, „Fairytale gone bad“, „Hollywood Hills“ und neuen Stücken wie „Heartbreak Century“ und „I Help You Hate Me“ unterstreichen perfekt platzierte Lichteffekte. Im Hintergrund der Bühne ziehen Galaxien, Gewitterwolken, Strände, Feuer und Wellen über fünf Leinwände. Und immer wieder tauchen auch die Bandmitglieder darauf auf. Das Publikum fühlt sich wohl. Haber macht Scherze, schäkert mit den „Ladies“, rockt und feiert.

 

Die fünfköpfige Band – oder besser gesagt ihr Frontmann – beherrscht die große mitreißende Show: ein bisschen nahbar, ein bisschen tanzbar, ein bisschen vorhersehbar. Mit diesem Rezept feiern Sunrise Avenue seit ihrer Gründung 1992 Erfolge und unterhalten Fans überall auf der ganzen Welt. Auch wenn die Auftritte zunehmend zu einer One-Man-Show von Frauenschwarm Haber werden. Trotzdem war dieser Abend in Hannover gut. Solide. Massentauglich. Was manchem allerdings fehlen könnte, ist ein nachhaltiges und einzigartiges Konzertgefühl.

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