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Der Meister-Fotograf wird 85

F.C. Gundlach Der Meister-Fotograf wird 85

F.C. Gundlach gilt als einer der bedeutendsten Modefotografen der deutschen Nachkriegszeit. Neben Models traten auch zahlreiche Stars wie Cary Grant, Romy Schneider oder Zara Leander vor seine Kamera. Am Samstag wird der Grandseigneur der Fotografie 85 Jahre alt.

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Der Fotograf F.C. Gundlach wird am Samstag 85 Jahre alt.

Quelle: dpa

Hamburg. Ob Romy Schneider, Cary Grant, Zara Leander oder Hildegard Knef - er hat sie alle vor die Kamera bekommen. Fotograf F.C. Gundlach hat zahlreiche Stars abgelichtet und kam ihnen mitunter ungewöhnlich nahe. „Jedes Porträt ist ein Dialog. Wenn man zusammenfindet, ist es wunderbar“, erklärt der Meister-Fotograf, Sammler und Kurator, der am Samstag (16. Juli) seinen 85. Geburtstag feiert, im Interview mit der Nachrichtenagentur dpa. Berühmt wurde Gundlach vor allem dank seiner Modefotografie. Mit technischer Finesse und Inszenierungskunst setzte er die Mode auf seinen Bildern gekonnt in Szene und wurde zu einem der bedeutendsten Fashion-Fotografen der deutschen Nachkriegszeit.

„Um Karriere zu machen, bedarf es dreier Dinge: Talent, Fleiß und Fortune. Ich habe auch viel Glück gehabt“, erklärt er. „Meine Biografie hat doch sehr düster begonnen. Dass ich als Kriegsgefangener überlebt habe, war reiner Zufall. Damals, mit 18, habe ich geträumt, ich möchte 40 Jahre alt werden, das war so weit weg.“

Was folgte, war eine erfolgreiche und glanzvolle Laufbahn. „Ich bin nie ein Paparazzi gewesen, ich musste es nie sein. Ich bin als Gast eingeladen worden“, erinnert er sich etwa an den mondänen Münchner Filmball. Das Geheimnis seines Erfolges? „Immer auf Augenhöhe miteinander umgehen. Das schafft Vertrauen, dann können Sie alles machen.“

Möglicherweise seien die Stars damals aber auch nahbarer gewesen, sagt er und erzählt von einem Besuch von Romy Schneider bei ihm in Hamburg. Sie fuhren in sein Atelier, um Aufnahmen zu machen: „Da waren nur mein Assistent, sie und ich - Aus“, erinnert er sich. Durch die intime, sehr persönliche Atmosphäre ohne Friseurin und ohne Stylistin habe sie sich geöffnet. „Sie war nicht mehr Romy Schneider, sondern Rosemarie Albach. In den Portraits, die ich damals von ihr gemacht habe, wird ihr tragisches Schicksal schon sichtbar.“

Bereits als kleines Kind entdeckte Gundlach seine Leidenschaft für Fotografie

Vertraulich ging es auch bei einer Verabredung mit Cary Grant in Berlin zu. „Wir hatten nur zwei Stunden, und er musste noch eine Handtasche kaufen. Ich kannte mich aus, schlug vor, ihn zu begleiten.“ Also gingen die beiden zunächst auf dem Ku’damm shoppen, bevor der Fotograf den legendären Schauspieler ganz lässig auf dem Parkplatz des Kempinski-Hotels ablichtete.

Bereits als kleines Kind entdeckte der in Heinebach (Hessen) geborene Franz Christian Gundlach seine Leidenschaft für Fotografie. „Mein Onkel hatte eine Dunkelkammer, das war für mich ein Mirakel.“ Im Alter von zehn Jahren schenkte ihm jener Onkel „die berühmte Black Box“, eine einfache Agfa Box für fünf Mark. Nach der Ausbildung an einer Fotoschule in Kassel ging er - angezogen von der Existenzialisten-Szene - nach Paris, wo er 1951 seine erste Ausstellung hatte.

Stilprägend waren über Jahrzehnte seine Modefotografien, etwa für „Film und Frau“ oder „Brigitte“. Mit dem Wirtschaftswunder kam damals der Glamour nach Deutschland. „Und ich hatte den Luxus, überall hinfliegen zu können, wohin ich wollte“, erinnert sich Gundlach, der auch für die Lufthansa arbeitete. Innerhalb kürzester Zeit wurde er zum Star der westdeutschen Modefotografie.

Ende der 1980er Jahre legte Gundlach die Kamera aus der Hand und unterrichtete zehn Jahre an der Hochschule der Künste in Berlin. Heute organisiert er Ausstellungen, wie aktuell seine Schau „Berliner Durchreise 2011“ in der Hauptstadt. 1999 rief er die Triennale der Photographie ins Leben. Bereits in den 1970er-Jahren - als Fotografie hierzulande noch nicht als Kunst galt - gründete er die erste Foto-Galerie. Zudem engagiert er seit Jahrzehnten in der Nachwuchsförderung und arbeitete schon früh mit später berühmt gewordenen Künstlern wie Martin Kippenberger, Nan Goldin oder Wolfgang Tillmans zusammen.

Gundlach schreckt auch vor dem Thema Tod nicht zurück: Auf dem Friedhof in Hamburg-Ohlsdorf ließ er bereits ein Mausoleum für sich errichten. „Das steht jetzt schon zwei Jahre da und wartet auf mich.“ Derzeit hält ihn aber weiterhin die Liebe zur Fotografie vital, sie sei nach wie vor der Mittelpunkt seines Lebens.

dpa

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