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Der Pavillon tanzt

Masala-Festival Der Pavillon tanzt

Eine schwarze Glitzerkorsage mit großflächigem Totenkopfdruck trägt die Frontsängerin Tanja Melo zu einem kurzen, roten Rock und Lederstiefeln. Bereits als die mexikanische Ska-Latin-Band Los de Abajos die Bühne im Pavillon betritt, hat sich ein großer Teil des Publikums direkt vor der Bühne versammelt. Ein starker Abschluss des Masala-Festivals.

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Heizen kräftig ein: Los de Abajos im Pavillon.

Quelle: Philipp von Ditfurth

Hannover. Die zehn Musiker spielen neben Gitarre, Bass und Schlagzeug auch Blechblasinstrumente wie Trompete, Posaune und Tuba. Die Mexikaner sind nicht zum ersten Mal Gäste des Masala-Festivals: Schon 2002 sind sie hier aufgetreten.

Schnell geht die Energie der Musiker an diesem Freitagabend auf die Zuschauer über. Sie hüpfen. Sie stampfen. Sie tanzen. Im Saal wird eineinhalb Stunden lang eine riesige Party gefeiert. Die Musik, eine Mischung aus lateinamerikanischen Rhythmen mit Ska, Punk und Rock, kommt sehr gut an. Am Ende springt die Band ins Publikum, ruft zu einer Polonaise auf, bietet die Zugabe inmitten der Konzertbesucher.

Die zweite Band des Abends ist prominenter als Los de Abajos: Am Vorabend ist sie beim Fusion-Festival im mecklenburgischen Lärz aufgetreten, einen Tag später stehen die Schweden von Movits! auf der Masala-Bühne. „Meine Damen und Herren, haben Sie Ihre Dancingschuhe mitgebracht?“, ruft Frontmann Johan Jivin’ Rensfeld in die Menge. Ihr Hip-Hop, gepaart mit Swing und Elektro, ist fast genauso tanzbar wie der Salsa-Ska von Los de Abajos.

Jedenfalls ist die Musik der Schweden, die wie immer in weißen Hemden - und Rensfeld mit schwarzem Hut - auftreten, etwas Besonderes. Saxofon, elektronische Beats und schwedischer Rap, das funktioniert bei Movits! hervorragend.

Der Sonnabend beginnt mit einem Konzert des deutschen Roots-Reggae-Künstlers Jahcoustix. Es ist der letzte von acht Konzertabenden des hannoverschen Weltmusikfestivals. Die Musik von Jahcoustix fühlt sich wie eine sanfte Umarmung an, lockerleicht plätschert sie durch den Saal. Es riecht süßlich. Nach Cannabis. Jahcoustix schwingt seine Hüften, das Publikum tut es ihm gleich. Als sich das Konzert des Rastalockenträgers dem Ende zuneigt, erzählt der Reggae-Musiker, wie begeistert er von der zweiten Band des Abends ist: „Israel Vibration waren meine Teenage-Reggae-Helden und sind es immer noch. Meine erste Platte habe ich mir mit zwölf Jahren gekauft.“

Eigentlich hätten die Roots-Reggae-Musiker Black Uhuru am finalen Abend des Masala-Festivals spielen sollen. Vor zwei Wochen löste sich die Band allerdings aufgrund von Streitigkeiten auf und sagte ihre Europatour ab. So humpeln stattdessen Israel Vibration mit ihren Krücken auf die Bühne. Die beiden Jamaikaner leiden seit ihrer Kindheit an Kinderlähmung und haben sich im Krankenhaus kennengelernt.

Das erste Album von Israel Vibration ist vor knapp 40 Jahren erschienen, das aktuelle Album „Play It Real“ ist von 2015. Unterstützt von der Roots Radix Band liefern die beiden Künstler mit den rauen Stimmen eine beeindruckende Show inklusive kurzer Tanzeinlagen - trotz Krücken. Wie Black Uhuru spielen Israel Vibration klassischen Roots-Reggae. Am Ende gibt es jede Menge Jubel und Applaus für die Jamaikaner. Es ist der krönende Abschluss einer Woche voller Weltmusik.

Von Sarah Franke

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