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Der Technik-Salon auf Zeitreise

Besuch im Bunker Der Technik-Salon auf Zeitreise

2400 Menschen sollten im Fall eines Atomkrieges im Zivilschutzbunker Ricklingen zwei Wochen überleben können. 1968 wurde der Weltkriegsbunker zum ABC-Schutzbunker umgebaut. Jetzt war der Technik-Salon der Uni zu Gast im Bunker.

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In der Zeitmaschine: So sieht es aus im Zivilschutzbunker Ricklingen

Quelle: Ronald Meyer-Arlt

Hannover. Im Sommer ist es ein Kühlschrank, im Winter eine Wärmestube. Zweieinhalb Meter Beton konservieren hier die Temperatur der vergangenen Monate. Aber der große Bunker an der Torstenssonstraße in Hannover-Ricklingen konserviert noch vieles anderes: Plastikbecher etwa, oder Bettpfannen, Toilettenpapier der Firma „Sanitas“, zwei Schiffsdiesel, Babywindeln und Wolldecken. Der Bunker sollte 2400 Menschen Schutz geben, zwei Wochen lang sollten sie hier im Fall eines Atomschlags überleben können. Und weil man in einer solchen Situation nicht einfach die Tür öffnen und das, was fehlt, nachbestellen kann, muss alles, was 2400 Menschen zwei Wochen lang benötigen, vor Ort vorhanden sein. Einiges davon kann man jetzt noch besichtigen.

1942 oder 1943, so genau weiß das keiner mehr, wurde der Bunker in Ricklingen errichtet. Danach wurde alles, was irgendeinen Wert hatte, aus dem Gebäude entfernt. 1964, mitten im Kalten Krieg, entschied der Bund, 34 Hochbunker aus dem Zweiten Weltkrieg zu atomsicheren Schutzbunkern auszubauen. Der Ricklinger Bunker gehörte dazu, er ist der einzige Bunker aus diesem Programm, der in Niedersachsen noch erhalten ist. Das Bauwerk gehört der Stadt Hannover, der Verein „Vorbei“ kümmert sich darum, dass hier alles weitgehend so bleibt wie es ist. Und ab und zu führen die Mitglieder Besuchergruppen durch die Bunkerräume.

Jetzt hatte sich der Technik-Salon, der öfter mal Exkursionen in den außeruniversitären Bereich anbietet, zu einer Bunkerbegehung eingeladen. Zwei Stunden lang erkundeten die Salongäste den Bunker. Wunderliches gab es hier zu entdecken, mächtige Luftfilter, eine Abwasserpumpanlage namens „Fäkadrom“, schmale Bänke, auf denen die Schutzsuchenden sitzend die Tag verbringen sollten, dreistöckige Etagenbetten und eine winzige Küche. Nur zwei Kochplatten sollten zur Versorgung der Menschen ausreichen. Komfort spielte hier keine Rolle, hier ging es allein ums Überleben.

Wie das zwei Wochen nach einem Atomschlag weitergehen sollte, wurde damals nicht weiter gefragt.

Die nächste Ausgabe des Technik-Salons findet wieder in den Räumen der Leibniz-Uni statt. Am Donnerstag, 26. Mai, ist der Fotograf Daniel Stier beim Salon in der Technischen Informationsbibliothek (TIB), Welfengarten 1 B, zu Gast. Stier präsentiert in seinem Fotoprojekt „Ways of Knowing“ Bilder von Menschen, die in Versuchsapparaturen stecken.

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Von Ronald Meyer-Arlt

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