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14:39 20.11.2015
Von Stefan Arndt
Das Linos Trio: Vladimir Waltham, Prach Boondiskulchok und Konrad Elia-Trostmann. Quelle: HAZ
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Hannover

Vladimir Waltham hat nur Augen für seinen Kollegen. Hingebungsvoll beobachtet der Cellist jede Regung des Geigers Konrad Elia-Trostmann, der zusammen mit ihm und dem Pianisten Prach Boondiskulchok das Linos Trio bildet. Die jungen Musiker haben gerade im australischen Melbourne den renommiertesten Preis gewonnen, den es für ihre Besetzung gibt.

Und man braucht nur in das Gesicht von Waltham zu sehen, um diesen Erfolg zu verstehen. Die Noten von Beethovens „Erzherzog-Trio“, die der Cellist immerhin noch vor sich stehen hat, würdigt er keines Blickes. Er spielt das gut dreiviertelstündige Werk komplett auswendig, um den Kopf frei zu haben, für die Kommunikation mit seinen Triopartnern.

Das zahlt sich aus: Bis in die einzelnen Schwingungen des Vibratos hinein spielen sie vollendet zusammen und bewahren sich dabei doch eine Freiheit der Gestaltung, hinter der man jahrzehntelange Erfahrung wähnt. Kaum zu glauben, dass diese Musiker noch nicht einmal ihr Studium an der hannoverschen Musikhochschule abgeschlossen haben.

Das Linos Trio gehört zu den Stipendiaten, die die Hochschule für die Konzerte von Live Music Now Hannover ausgesucht hat. Der Verein, der vor mehr als zehn Jahren eine Initiative des Geiger Yehudi Menuhin aufgenommen hat, unterstützt junge Musiker, indem er ihnen Auftritte bei Menschen vermittelt, die nicht mehr selbst in Konzerte gehen können: Die Stipendiaten spielen in Altenheimen, Krankenhäusern und Gefängnissen und bekommen dafür eine finanzielle Aufwandsentschädigung. Das Geld dafür sammelt Live Music Now in Benefizkonzerten, wie nun beim Auftritt des Linos Trios im Schloss Herrenhausen.

Vor den Ohren von Menuhins Tochter Zamira Menuhin-Benthall, die extra für ein Grußwort aus London angereist war, überzeugten auch die Brüder Niklas und Nils Liepe mit einer engagierten, wenn auch nicht ganz makellosen „Kreutzer-Sonate“. Der Liederzyklus „An die ferne Geliebte“ vollendete schließlich in einer feinsinnigen Version des Baritons Mathias Tönges und der Pianistin Schaghajegh Nosrati den rund dreistündigen Beethoven-Marathon, der auch eine beeindruckende Leistungsschau der Kammermusikabteilung der hannoverschen Hochschule war.

Mehr Kammermusik gibt es in einer Liederlounge mit Balladen am 7. Dezember, 18 Uhr, im Sparkassenforum am Schiffgraben. Thomas Quasthoff rezitiert, Bariton Manuel Walser singt und Justus Zeyen begleitet am Flügel.

Karten: (05 11) 32 35 81.

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