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00:18 09.06.2018
Peter Becker (1934–2018) Quelle: Michael Thomas
Hannover

Der Weg war für ihn nie weit, doch auch ohne die räumliche Nähe zu seiner Wohnung hätte sich Peter Becker der Hochschule für Musik Theater und Medien wohl sehr eng verbunden gefühlt. Von 1993 bis 1997 hat er das Haus als Präsident geleitet. Auch im Ruhestand hat dort regelmäßig Konzerte und Veranstaltungen besucht, gelegentlich selbst Vorträge gehalten oder in der Bibliothek gearbeitet. Zuletzt war er in der vergangenen Woche bei einem Empfang in der Hochschule. An diesem Dienstag ist Peter Becker völlig überraschend gestorben. Er wurde 84 Jahre alt und hinterlässt seine Frau Bärbel und drei Söhne: den Pianisten Markus Becker, Stefan Becker, den Sprecher der Sparkasse Hannover, und Michael Becker, Intendant der Tonhalle Düsseldorf.

Peter Becker (1934-2018)

Peter Becker ist 1934 im damals schlesischen Glatz geboren. Gern wäre er Pianist geworden, aber die Umstände der Nachkriegszeit haben das nicht zugelassen. Er studierte Schulmusik, Komposition, Philosophie, Pädagogik und Germanistik. So waren die Grundlagen gelegt für eine besondere Mischung aus Wissenschaft und Kunst, die Becker besonders ausgezeichnet hat: Umfassende Bildung und klarer Intellekt waren bei ihm untrennbar mit einer starken emotionalen Hingabe an die Kunst verbunden.

Generationen von Schülern und Studenten hat er so nicht nur mit dem nötigen Handwerkszeug versehen, sondern auch mit glühender Leidenschaft für die Sache: zunächst als Lehrer an allgemeinbildenden Schulen unter anderem in Göttingen und Bad Iburg als Lehrer, ab 1970 dann als Oberstudienrat im Hochschuldienst an der hannoverschen Musikhochschule. Fünf Jahre später übernahm er dort eine Professur für Musikpädagogik. 1990 wurde er zusätzlich Vizepräsident neben Richard Jakoby, dem vor einem Jahr verstorbenen Gründungspräsidenten der Musikhochschule, und 1993 schließlich dessen Nachfolger an der Spitze des Hauses.

Vielfältige Impulse

Wie vielfältig die Impulse waren, die Peter Becker geben konnte, ist nicht zuletzt an seinen eigenen Kindern zu sehen: Der älteste Sohn Markus, der den Wunsch seines Vaters nach einer Pianistenkarriere verwirklichen sollte, war keineswegs von Beginn an auf dieses Berufsziel festgelegt, weil er auch großes Interesse für Literatur hatte. Seine Brüder studieren Fächer wie Philosophie und Kunstgeschichte und haben heute auf sehr unterschiedliche Weise beruflich mit Kunst zu tun.

„Peter Becker hat unendlich viel im Denken derer hinterlassen, die sich auf seine Nachdenklichkeit einließen“, sagt Hochschulpräsidentin Susanne Rode-Breymann über ihren Vorgänger. „Er hat die Hochschule durch künstlerisch-wissenschaftliche Dialoge geprägt. Die Hochschulmitglieder wie auch alle von ihm nachhaltig geprägten Studierenden werden Peter Beckers Stimme vermissen.“

Seit 2013 vergibt der Förderkreis der Musikhochschule den Peter-Becker-Wissenschaftspreis für herausragende Masterarbeiten in den Fächern Musikwissenschaften, Musikpädagogik, Medien und Kommunikationswissenschaften, Musiktheorie und Musikphysiologie. Der Preis soll wissenschaftlich engagierte Studierende fördern und den Wissenschaftsbereich des Hauses würdigen, der ganz im Sinne des Stifters nie die Leidenschaft für die Kunst aus dem Blick verliert.

Die Trauerfeier für Peter Becker findet am Sonnabend, 16. Juni, um 11 Uhr in der St.-Elisabeth-Kirche (Gellertstraße 42) statt.

Von Stefan Arndt

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