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„Der gestiefelte Kater“ begeistert junges Publikum

Kinderoper im Ballhof 2 „Der gestiefelte Kater“ begeistert junges Publikum

Mit der Inszenierung von „Der gestiefelte Kater“ nach der gleichnamigen Opernversion des russischen Komponisten César Cui ist Zuzana Masaryk schon zur Premiere am Donnerstag ein echter Publikumshit für die Junge Oper gelungen.

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Kater über allen: Marie-Sande Papenmeyer, Jan Szurgot als König, Eunhye Choi als Prinzessin und Pawel Brozek als Jean sowie Mitglieder des Kinderchores der Staatsoper.

Quelle: Jorg Landsberg

Hannover. Miau! Das Niedersächsische Staatsorchester spielt Katzenmusik. Und das klingt nicht nur in den Ohren von Grundschülern märchenhaft. Mit der Inszenierung von „Der gestiefelte Kater“ nach der gleichnamigen Opernversion des russischen Komponisten César Cui ist Zuzana Masaryk schon gleich zur Premiere am Donnerstag ein echter Publikumshit für die Junge Oper gelungen: Kaum hatte der Kater (Marie-Sande Papenmeyer) nach einer guten Dreiviertelstunde das Happy End besungen, schrie das größtenteils sehr junge Publikum im ausverkauften Ballhof 2 schon „Zugabe“.

In der Tat hätte man gern noch mehr gesehen und gehört von dieser einfallsreichen musikalischen Tour durch die Ländereien des geheimnisvollen Marquis de Carabas. Als diesen gibt der schlaue Kater vor dem König (beeindruckender Bass: Jan Szurgot) seinen in Wirklichkeit bettelarmen Herrn Jean (Pawel Brozek) aus.

Ein wahrer Trauerkloß ist dieser Jean. Tenor Brozek legt viel Katzenjammer in seine Stimme, wenn er davon singt, wie ihn sein „Unglück quält“. Das Unglück nimmt seinen Anfang mit einer Mohrrübe. Sie steht für das Erbe des verstorbenen Müllers, das sich seine drei Söhne teilen müssen. Der Älteste (ebenfalls Szurgot) bricht die Möhre entzwei, behält das größere Stück und gibt dem mittleren Bruder (Hyun-Taek Noh) die andere Hälfte. Für Jean bleibt der Strunk. Er hat nichts zu beißen, dafür aber einen treuen Kater. Eine Glückskatze, wie sich herausstellen wird. Denn mit einer List luchst sie dem von Noh gespielten Menschenfresser sein Schloss für Jean ab, sodass dieser schließlich vor dem König und der Prinzessin (Eunhye Choi) ordentlich Eindruck schinden kann.

Marie-Sande Papenmeyer gibt einen forschen Kater mit Fellweste, Federhut und Stulpenstiefeln (Kostüme: Elvira Freind), der auch stimmlich die Krallen ausfahren kann. Wenn sie den Bauern (allerliebst auch in den anderen Statistenrollen: Maike Merschmann, Josephin und Margareta Schiffer vom Kinderchor der Staatsoper) einschärft, dass sie dem König sagen sollen, alles Land gehöre dem Marquis de Carabas, ist ihr Sopran nahezu schneidend.

Für sämtliche Arien gilt: Die Texte sind gut verständlich, sodass auch schon Sechsjährige der Geschichte mühelos folgen können. Zurückgenommen und harmonisch ist die Musik in einer Kammerorchesterfassung von Douglas Brown. Die Musiker unter Leitung von Kaling Hanke sitzen seitlich auf der mit Hängebrücke, Schaufelrad und Baumstämmen in einen ansehnlichen Abenteuerspielplatz verwandelten Bühne (Magdalena Wiesauer). Sie unterbrechen den Wohlklang der Melodien nur einmal mit einer grotesken Kakophonie, als der Menschenfresser sich als Angstmacher aufspielt. Ganz ohne schräge Katzenmusik kommt eben auch „Der gestiefelte Kater“ nicht aus.

Von Kerstin Hergt

  • Am 24. April um 14.30 Uhr gibt es für Familien eine Vorstellung mit kurzer Einführung. Karten und weitere Termine unter www.staatstheater-hannover.de.
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