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Deutsch-türkische Oper „Ali Baba“ in Berlin uraufgeführt

Kindertheater Deutsch-türkische Oper „Ali Baba“ in Berlin uraufgeführt

 Zum ersten Mal bringt die Komische Oper Berlin eine deutsch-türkische Kinderoper auf die Bühne. Übersetzt wird in „Ali Baba und die 40 Räuber“ – einem alles andere als harmlosen Märchen – nichts.

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Jens Larsen (Ali Baba, l) und Daniel Drewes (Ali Babas Esel Karakacan) stehen für "Ali Baba und die 40 Räuber" in der Komischen Oper in Berlin auf der Bühne. Das Stück des türkisch-kurdischen Komponisten Taner Akyol hatte am Sonntag Uraufführung.

Quelle: dpa

Berlin. „Açil, susam açil! Sesam, öffne dich!“ Mit dieser beschwörenden Formel hat „Ali Baba“ an der Komischen Oper Berlin nicht nur die sagenhafte Schatzkammer der 40 Räuber geöffnet, sondern auch die Herzen der kleinen Zuschauer. Die Uraufführung der deutsch-türkischen Kinderoper von Taner Akyol fand am Sonntag viel Beifall - obwohl die Erzählung aus der “1001 Nacht“-Sammlung durchaus ein paar Schockmomente hat.

Immerhin wird Ali Babas gieriger Bruder Kasim von den finsteren Räubern gevierteilt und sein Leichnam später wieder zusammengenäht. Leider waren Kasim die Zauberworte („Gerste, öffne dich? Hafer, öffne dich?“) nicht mehr rechtzeitig eingefallen und so wurde er von den Räubern in der Goldhöhle erwischt.

„Ali Baba und die 40 Räuber“, die erste zweisprachige Kinderoper der Komischen Oper, spielt auf einem riesigen fliegenden Teppich. Wie immer hat das Haus das Singspiel für Kleine genauso opulent und aufwendig ausgestattet wie eine Erwachsenen-Oper - eine langjährige Tradition. Zuletzt wurden an der Bühne Stücke wie „Robin Hood“, „Mikropolis“, „Die rote Zora“ und „Pinocchio“ uraufgeführt. Profis singen an der Seite des ambitionierten Kinderchors der Komischen Oper.

Der in Berlin lebende türkisch-kurdische Komponist hat für „Ali Baba“ moderne westliche Klänge mit der traditionellen Musik seiner Heimat verwoben. Eine Mischung, die größtenteils aufgeht - auch wenn die Texte von Solisten und Chor, egal ob deutsch oder türkisch, oft nur sehr schwer zu verstehen sind. Die 40 Orchestermitglieder spielen unter der schwungvollen Leitung von Kristiina Poska nicht nur Geige, Oboe und Querflöte, sondern auch Instrumente wie Zurna und Kaval. Orientalische Melodien wechseln sich mit Operngesang ab.

Übertitelungen, sprich Übersetzungen, gibt es in der von Matthias Davids ziemlich geradlinig inszenierten Geschichte nicht. Wer mal etwas nicht verstanden hat, kommt trotzdem mit: Die Bilder und Gesten sprechen für sich. Die vielen kleinen Zuschauer (empfohlen ab sechs Jahren) schlossen nicht nur den von Bass Jens Larsen gesungenen, gutmütigen Ali Baba sofort ins Herz. Die Kinder liebten vor allem seinen treuen, aber auch ziemlich frechen Begleiter: den Esel Karakaçan - mit viel Witz und Energie dargestellt von Daniel Drewes.

Während seinem Bruder Kasim (Stefan Sevenich) die Habgier zum Verhängnis wird, bleibt Ali Baba bescheiden – und ist am Ende der Sieger. Und dank der Schlauheit der befreiten Sklavin Sirin (Ariana Strahl) kann Ali Baba am Ende sogar den fiesen Räuberhauptmann (Carsten Sabrowski) überwältigen. Für Zwischentöne oder poetische Momente ist in der Inszenierung kein Platz. Beim großen Schlusschor wurde trotzdem begeistert mitgeklatscht. Und auch von den erwachsenen Zuschauern gab es viel Applaus.

dpa

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