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Kultur Deutschland feiert Friedrich den Großen
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07:58 24.01.2012
Wäre am Dienstag 300 Jahre alt geworden: Friedrich II., der Große. Quelle: dpa
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Potsdam

Herr von Hannover, wissen Sie aus dem Hut, wie Sie mit Friedrich II. verwandt sind?

Das können Sie ja leicht nachrechnen: Georg I., der erste Welfe auf englischem Thron und mein Vorfahr, ist der Großvater von Friedrich dem Großen.

Finden Sie den großen Aufwand, mit dem der heutige 300. Geburtstag Ihres Verwandten allerorten gefeiert wird, angemessen oder übertrieben?

Diese Frage habe ich mir auch oft gestellt. Ich denke aber, es ist ein guter Zeitpunkt dafür: Weil Friedrich und sein Preußen lange eine wichtige Rolle bei der Suche nach einer deutschen Identität gespielt haben, wurde er immer völlig verfälscht dargestellt. Erst in den letzten Jahren denkt man seriös über ihn nach, vorher wurde er nur missbraucht. Man macht sich nun Gedanken über den Menschen. Historiker fragen jetzt zum Beispiel, ob er homosexuell war oder nicht.

Und: War er es?

Ich glaube nicht, dass er im heutigen Sinne homosexuell war. Sicher hatte er homosexuelle Erfahrungen, doch das war im Barockzeitalter völlig normal. Er war sicher kein typischer Schwuler – aber das ganze Thema wurde früher einfach ausgeblendet. Genauso wie seine Frau Elisabeth Christine lange als Dummerchen aus Braunschweig galt, was bestimmt nicht zutrifft.

Was war sie denn?

Als sie Friedrich geheiratet hat, war sie noch sehr jung und nicht so weit entwickelt, aber prinzipiell stand sie ihm in nichts nach. Er hatte immer ein bisschen Komplexe, weil sie einen Kopf größer war und sehr gut aussah. Und wegen seiner Geschlechtskrankheit und der anschließenden Teilamputation seines Penis war er stets etwas voreingenommen gegenüber Frauen.

In einem neuen Buch Ihres Matrix Media Verlages decken die Autoren Sibylle und Friedrich Wilhelm von Preußen noch eine bislang unbekannte Seite des Monarchen auf: „Friedrich der Große – Vom anständigen Umgang mit Tieren“. Was steckt dahinter?

Das ist eine sehr positive Eigenschaft dieses Mannes: Er hatte eine fortschrittliche Beziehung zu Tieren und sah in ihnen keine Automaten, die nur reagieren, sondern beseelte Lebewesen. Das kann man auch daran erkennen, dass er seinem Pferd nie die Sporen gegeben hat. Als ihn ein Stallknecht einmal danach fragte, antwortete er: „Soll ich Ihnen auch mal einen Nagel in den Bauch drücken?“

Interview: Stefan Arndt

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