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„Wir wollen einfach anders klingen“

Das ist U3000 „Wir wollen einfach anders klingen“

Die Band U3000 startet in der Indie-Szene durch. Ein Gespräch über das erste Album, Pop und Vorbilder.

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„Wir stehen auf viel Nebel und gutes Licht“: Mika Amsterdam, Hennes Wesendonk, Nathan Juno und Anska Rot (v. l.).

Quelle: Philipp von Ditfurth

Vor wenigen Tagen hattet ihr euren ersten TV-Auftritt für TV Noire auf ZDF-Kultur. Die Rückfahrt soll nicht ganz so gut gelaufen sein wie der Auftritt.
Hannes: Unser VW-Bus hat bei Tempo 90 auf der Autobahn nach Hannover einen Reifen verloren. Wir vermuten Sabotage, es gibt keine andere Möglichkeit. Anska: Den Reifen haben wir uns aber wieder zurückgeholt. Der lag auf dem Grünstreifen in der Mitte.

Hat die vermeintliche Sabotage etwas mit eurem rätselhaften Bandnamen zu tun?
Hannes: Es gibt ja tausend Dinge, die U3000 heißen: einen Unimog, einen U-Boot-Simulator, die Fernsehserie von Christoph Schlingensief und uns. Das ist vielleicht so eine kleine Verschwörung.

Und dann traut ihr euch noch unter Leute?
Anska: Wir spielen in der Regel in kleineren Klubs, mit 100 bis 200 Leuten. Die sind aber voll. Wir waren auch auf dem Fährmannsfest - tolle Stimmung.

Dort wurdet ihr als „Indie-Zuckerpop aus Hannover“ angekündigt. Dabei seid ihr doch andauernd in Berlin.
Mika: Wir haben hier Wohnungen und einen Probenraum. Wir sind oft im Café Glocksee, das Oberdeck ist ein Hotspot von uns, und wir sitzen gerne auf den Bänken am Weißekreuzplatz.
Hannes: Hannover taucht auch in unserem ersten Musikvideo „Niemals“ auf. Die Badewanne kommt von dort.

Gibt es ein Leben neben der Musik?
Anska: Wir machen einen kleinen bunten Strauß an Sachen, aber das ist alles nur Zweck. Wir leben für die Musik.
Hannes: Im Moment beschäftigt uns das vollauf. Für unser Album stehen wir jetzt sechs Wochen lang nur im Studio.

Was könnt ihr über die Platte verraten?
Hannes: Es soll eine bahnbrechende Platte werden. Unsere Produzenten lassen uns alle Freiheiten.
Nathan: Wir haben noch kein Cover und keinen Titel. Aber es wird Musik drauf sein, das steht fest.
Anska: Wir stehen eigentlich auf kurze Platten mit zehn Songs, aber man will das Material auch nicht wegschmeißen.

Das Musikmagazin „Spex“ hat eure Musik kürzlich als „wunderbaren Shoegaze Pop“ bezeichnet. Wo kann man euch einordnen?
Mika: Irgendwo zwischen MGMT und Münchner Freiheit.

Geht das noch genauer?
Mika: Nein, wir wollen einfach anders sein und neu klingen. Wir machen unsere Musik auch erst mal für uns.
Hannes: Und danach für alle, die sich davon verstanden fühlen. Und für alle, die uns scheiße finden.

Wer euch nicht mag, kann sich darüber freuen, dass eure Lieder eher kurz sind.
Hannes: Eine Statistik besagt, dass der perfekte Popsong 3,30 Minuten lang ist.

Und wie entsteht der perfekte Popsong?
Hannes: Meistens machen wir zuerst die Musik. Die Texte schreiben wir danach schnell runter. Alles, woran man länger bastelt, fühlt sich nicht echt an.

Welche Musik findet ihr denn authentisch?
Hannes: Udo Jürgens hat tolle Texte.
Nathan: 1000 Robota hat gute Schlagzeuggrooves.
Mika: David Bowie hat tolle Gitarren.
Anska: Harry Gregson-Williams - um auch einen Namen zu nennen, der völlig genrefremd ist.

Und so ganz privat hört ihr ...
Hannes: ... Kanye West.
Anska: Ein bisschen Richard Strauß.
Hannes: Wir haben uns ein paar Sampler gekauft „Best of the 90s“, „Die größten Discohits“ und „Hitstation“.
Mika: „Jealous Guy“ von Roxy Music habe ich immer noch im Ohr.

Die richtige Musik für lange Autofahrten. Und worüber unterhaltet ihr Euch dabei?
Mika: Nicht über die Musik, die wir gut finden. Das ist unsere Privatreligion.
Anska: Der Motor ist so laut, da hört man überhaupt nichts.

Man könnte meinen, ihr habt euch privat nicht viel zu sagen ...
Hannes: Dadurch, dass wir gemeinsam Musik machen, sind wir oft genug zusammen. Wenn wir das Studio abschließen, verteilen wir uns wieder.

Interview: Christian Link

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