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Kultur „Die Berufung“: Ikone im Kampf für Gleichberechtigung
Nachrichten Kultur „Die Berufung“: Ikone im Kampf für Gleichberechtigung
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10:44 26.02.2019
Allein unter Männern: Ruth Bader Ginsberg (Felicity Jones) und Marty (Armie Hammer). Quelle: Focus Features
Hannover

Ein entlarvendes Bild aus den 1950er Jahren: Eine Männerhorde in gedeckten Anzügen strömt auf die Harvard Law School zu. Mittendrin eine zierliche Frau, Ruth Bader Ginsburg (Felicity Jones), eine von neun Frauen unter fast 500 Studenten. Ignorierung durch den Professor, Häme bei den Kommilitonen, diskriminierende Reden des Dekans – das ganze Programm an Frauenfeindlichkeit.

Eine Rebellin und ihre „Kriegserklärung“ ans System

Die Jahrgangsbeste ist Ginsburg, sie will Anwältin werden. Die Kanzleien lehnen sie ab mit Pseudo-Argumenten wie „Frauen seien zu „emotional“. Also geht die junge Mutter an die Uni und unterrichtet. Die Wende kommt, als ihr Mann und Star-Steueranwalt Marty (Armie Hammer) ihr von einem Sohn erzählt, der die Pflege seiner kranken Mutter nicht von der Steuer absetzen kann, weil nach dem Gesetz Pflege Frauensache sei. Geschlechterbenachteiligung mal umgekehrt. Aus diesem Fall macht die Rebellin Ginsburg eine „Kriegserklärung“ ans System.

Regisseurin Leder nähert sich Ginsburg mit Respekt und Bewunderung

Nach der wunderbaren Doku „RGB“ (so Ginsburgs Spitzname) über die Frauenrechtlerin und populäre liberale Richterin am heutigen Supreme Court nähert sich Regisseurin Mimi Leder dieser Ikone des Kampfes für Gleichberechtigung in einer gelungenen Mischung aus Biopic und Lovestory. Voller Respekt und Bewunderung, aber ohne Gefühlsduselei ist Leder bei der Sache. Mutig stürzt sich Jones in die Rolle, ist mal verletzlich und zärtlich, dann wieder beinhart und angriffslustig.

Sie folgt konsequent ihrer „Berufung“. Eine spannende Hommage an die unbeugsame RGB ist das, die das US-Justizsystem revolutionierte und in der nächsten Woche ihren 86. Geburtstag feiert. Eine starke Frau.

Von Margret Köhler / RND

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