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Kultur Die Klanggärten am Vierthaler Teich
Nachrichten Kultur Die Klanggärten am Vierthaler Teich
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14:11 13.09.2010
Eil'ges Blechle: Kunst am Baum Quelle: Fehlisch

Der legendäre Tarzan-Schrei, das hat Johnny Weissmüller in einem Interview gestanden, sei eigentlich ein alpiner Jodler. Noch im Altersheim soll er seine Mitbewohner manchmal damit erschreckt haben. Jetzt fährt einem der Dschungel-Schrei unvermittelt am Vierthaler Teich durch Mark und Bein, lange bevor man Tarzan und den Schimpansen Cheeta entdeckt, die als überlebensgroße Comicfiguren in einem Wipfel hängen. Die Ausstellung „Kunst am Baum“, mit der die hannoversche Gruppe7 ins Gelände zwischen Döhrener Turm und Maschsee einlädt, ist ein überraschender Klangparcours – und Dagmar Brands Tarzan der lautstärkste Vertreter.

Es geht vornehmlich leise zu rund um den Teich, weshalb man schon genau hinhören muss, wenn man auf dem Spaziergang keines der neun Exponate verpassen will. Rainer Grimms phosphoreszierendes Plexiglasobjekt, ein jugendlicher Apoll mit Harfe, wird akustisch durch zwei Windspiele begleitet. Jeder Luftzug sorgt für Klänge. Barbara Steinmeyer lässt in einem Baum das Dauergeräusch einer Säge hören, Späne am Boden komplettieren die Simulation. Glockenbimmeln kann der Besucher mit Frank Popps Klingelanlage selbst auslösen und den Kontakt zu historischen Persönlichkeiten herstellen, zu Kurt Schwitters, Marc Aurel, Tutanchamun. Oder auch nicht. „Niemand zu Hause ...“ titelt der Künstler.

Verspielt und didaktisch sind die meisten Klangkunstarbeiten. Auch Janosch Nadásdy hebt den Zeigefinger. Er hat in die Astgabeln eines Baumes eine lädierte Karosserie gehängt. Ein Bewegungsmelder löst nerviges Hupen aus, sobald ein Besucher sich nähert. Wird der Mensch vom Auto verdrängt? Am nahen Rudolf-von-Bennigsen-Ufer brandet der Verkehr.

Kristina Tieke

Mehr dazu im Veranstaltungskalender

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