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Helen Mirren wird 70

Königin unter den Hollywoodstars Helen Mirren wird 70

Ob Bühne, Krimi oder großes Kino, Helen Mirren kann alles. Für viele ist sie aber vor allem eines: Die Queen. Mit 70 hat die Britin genug vom Buckingham-Palast auf Bühne und Leinwand - aufhören will sie trotzdem nicht. Jedenfalls nicht offiziell.

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Auch noch mit 70 Jahren bekommt Schauspielerin Helen Mirren zahlreiche Filmangebote.

Quelle: dpa

London . Auf kaum eine Schauspielerin trifft das Attribut "vielfältig" so sehr zu wie auf Helen Mirren. Für "Kalender Girls" gab sie die strippende Hausfrau, in "Teaching Mrs. Tingle" eine sadistische Geschichtslehrerin. Sie war die Geliebte eines IRA-Mörders in "Cal" und eine Gangsterbraut in "Rififi am Karfreitag". Aber keine andere Rolle ist so mit der gebürtigen Londonerin verbunden wie Elizabeth II. in "Die Queen", die ihr 2007 einen Oscar einbrachte und danach die ewig gleichen Fragen, wie es denn sei, die vielleicht berühmteste Frau der Welt darzustellen. Am Sonntag (26. Juli) wird Helen Mirren 70 Jahre alt.

Dass Mirren in "The Audience" die Queen auch noch am Londoner Westend gespielt hat und dann am New Yorker Broadway im blauen Kleid mit Handtasche, Betonfrisur und strengem Blick britische Premierminister zur Audienz bat, hat das Image zementiert. "Ich habe mich als eine Porträtmalerin gesehen", schilderte sie einmal ihre Herangehensweise an die Rolle. Und beschrieb, wie sehr sie sich mit der britischen Monarchin identifizierte: "Ich sehe Porträts von der Queen und denke - oh, da bin ich! Ist das nicht schrecklich?"

Die Dargestellte schien von Mirrens Interpretation viel zu halten, lud sie doch die Schauspielerin nach Erscheinen des Films zum Dinner. Mirren sagte - zum Entsetzen der britischen Presse - ab. Aus Termingründen. Es war der zweite Korb für das Königshaus: 1996 hatte die Tochter eines Taxifahrers bereits den Titel Dame abgelehnt, weil sie, wie sie sagt, nicht zum Establishment gehören wollte. 2003 ließ sie sich dann erweichen. Die Ehrung übernahm Thronfolger Prinz Charles.

Mit dem britischen Establishment hat Mirrens Leben tatsächlich wenig zu tun. Ihr Großvater war weißrussischer Aristokrat, den es nach der Oktoberrevolution nach London verschlug. Sie kam 1945 als Ilynea Lydia Mironoff in einfachen Verhältnissen zur Welt. Erst in den 50er Jahren änderten die Eltern ihren Nachnamen. Die Mutter stammte aus einer Metzgerfamilie.

Auch mit 70 fehlt es ihr nicht an Angeboten

Dass sie Schauspielerin werden wollte, wusste Mirren schon als Sechsjährige. Und sie hatte schnell Erfolg damit: Mitte der 60er Jahre wurde sie in die Royal Shakespeare Company aufgenommen, Anfang der 70er reiste sie mit Peter Brooks Experimentierbühne International Center of Theatre Research durch die Welt. Parallel zur Bühnenlaufbahn begann die Britin, Filme zu drehen. Den Durchbruch in Deutschland brachte aber nicht das Kino, sondern das Fernsehen: Die Krimiserie "Heißer Verdacht" machte Mirren in den 90ern als Ermittlerin Jane Tennison den Bundesbürgern bekannt.

Über ihre Karriere ist so wenig Skandalöses zu berichten wie über ihr Privatleben - seit fast 30 Jahren ist sie mit Regisseur Taylor Hackford liiert. Nur "Caligula" aus dem Jahr 1979 wertet der "Guardian" als bösen Ausrutscher, wenn auch nicht nur für Mirren als Caesonia: Der Film sei ein "Schandfleck im Lebenslauf aller, die darin vorkommen".

Spätestens seit sie die Queen war, ist Mirren im Hollywood-Olymp angekommen. Auch mit 70 fehlt es ihr nicht an Angeboten, erst im Juni kam "Die Frau in Gold" in die deutschen Kinos. Trotzdem ist die Diskriminierung älterer Frauen in der Branche eines ihrer Lieblingsthemen: Fast legendär ist die gern zitierte Aussage, Hollywood kümmere sich zu sehr um "junge Männer zwischen 18 und 25 und ihre Penisse".

In Rente werde sie nie gehen, sagte Mirren der "Daily Mail", jedenfalls nicht offiziell. "Es könnte sein, dass ich einfach verschwinde." Aber es könne schließlich immer eine spaßige Rolle um die Ecke kommen oder etwas, auf das man einfach Lust habe. Ob sie wieder in die Kleider der Queen schlüpfen wird? "Ich denke nicht, dass ich es noch mal mache", sagte sie Berichten zufolge, nachdem sie im Juni einen Tony Award als beste Schauspielerin am Broadway entgegengenommen hatte. "Ich bin mir sicher, Ihre Majestät hat die Schnauze voll von mir."

dpa

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