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"Es ist Zeit zu gehen"

Die Puhdys auf der Gilde-Parkbühne "Es ist Zeit zu gehen"

Die Puhdys, 1969 gegründet, sind auf Abschiedstour. Auf der Gilde Parkbühne feierten gut 2000 Besucher ein letztes Mal Dieter „Maschine“ Birr, Dieter „Quaster“ Hertrampf, Peter „Eingehängt“ Meyer, Klaus Scharfschwerdt und Peter „Bimbo“ Rasym.

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Die Puhdys spielten am Freitagabend ihr letztes Konzert in Hannover.

Quelle: Behrens

Hannover. „Bye-bye“, sagen die Puhdys: „Es ist Zeit zu gehen.“ Dann sind sie weg: um Punkt 22 Uhr, nach gut 20 Liedern, zwei Zugaben („Hey, wir woll’n die Eisbär’n seh’n“, „Das Buch“) und zwei Stunden feinstem Rock. Dieses Konzert ist ihr letztes in Hannover gewesen. Die Puhdys sind auf Abschiedstour. Auf der Gilde-Parkbühne feierten mehr als 2000 Besucher ein letztes Mal Dieter „Maschine“ Birr, Dieter Hertrampf, Peter Meyer, Klaus Scharfschwerdt und Peter Rasym.

Die Puhdys, 1969 in der DDR gegründet und im Laufe der Jahre zu einer der bekanntesten Ostrockbands avanciert, gehörten in der DDR für zwei Generationen zum Soundtrack des Lebens. Selbst wer kein Fan war, kennt „Rockerrente“, „Melanie“, „Lebenszeit“ – Lieder, die sie auch an diesem Abend singen. Sänger Birr erwähnt den abgerissenen Palast der Republik in Berlin und den Mauerfall. „Da kommt schon so ein Ostgefühl auf“, sagt eine Frau. „Und was ist das für ein Gefühl?“, fragt ihre Begleitung. „Schwer zu beschreiben.“

Bei „Geh zu ihr“, dem zweiten Lied des Abends, ist es noch zu heiß. Das Publikum singt noch nicht ekstatisch mit. Das wird sich ändern. Bei „Wenn ein Mensch lebt“ und „Alt wie ein Baum“ singen und tanzen alle gemeinsam. Die meisten Zuschauer sind weit jenseits der 40, nur ein paar jüngere sind dabei.

Birrs Stimme ist so markant wie eh und je. Gut, das Hemd spannt bei manchem Puhdy ein wenig über dem Bauch, auch die Haare sind dünner, aber nur unwesentlich kürzer geworden. Es gibt kaum Ansagen zwischen den Liedern, schon gar kein gefühlsduseliges Abschiedsgeplänkel. Bloß lauten Deutschrock und viele Hits. Die Sprüche der Puhdys beim Vorstellen der Bandmitglieder sind alt, wenn auch westdeutsch angepasst. Keyboarder Peter Meyer wird nicht, wie andernorts, als Schwiegervater von Walter Ulbricht vorgestellt, sondern hannoverkompatibel als Papst und „ältester Puhdy der Welt“, Sänger „Maschine“ als Gott aus der ehemals sowjetisch besetzten Zone. Die Altherrenattitüde schleicht sich nur manchmal ein. Die Puhdys treten mit erhobener E-Gitarre nach vier Jahrzehnten von der Bühne ab.

Ein schöner Abend. Dann heißt es: Tschüss. Oder wie „Maschine“ sagt: „Behaltet diesen Abend und uns in Erinnerung. Haltet durch!“     

Die Puhdys, eine der erfolgreichsten Bands der ehemaligen DDR, stehen am Freitagabend, den 3. Juli, auf der Gilde-Parkbühne. Trotz des heißen Wetters jubelten ihnen Tausende treue Fans zu.

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von Wiebke Ramm

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