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„Die Unsichtbaren“ – Überleben im Untergrund

Kino „Die Unsichtbaren“ – Überleben im Untergrund

Wenn die Erinnerung lebendig wird: Holocaust-Überlebende erzählen in „Die Unsichtbaren“ (Kinostart am 26. Oktober), wie sie im nationalsozialistischen Berlin ihren Häschern entgingen

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Blondsein schützt: Die Jüdin Hanni (Alice Dwyer) färbt sich die Haare, um im Berlin des Dritten Reichs „unsichtbar“ für die Nazis zu werden.

Quelle: Peter Hartwig

Hannover. Lügen gehört zu den wichtigsten Fähigkeiten eines Reichspropagandaministers, und als Goebbels am 19. Juni 1943 Berlin für „judenrein“ erklärte, war auch diese vermeintliche Erfolgsmeldung eine Unwahrheit. Zu dem Zeitpunkt waren in der Hauptstadt etwa 7000 Juden untergetaucht. Mehr als 1700 davon überlebten.

Die Erzählungen der Zeitzeugen werden in Rückblenden inszeniert

Vier dieser Geschichten erzählt Claus Räfle in „Die Unsichtbaren“ und geht dabei einen ungewöhnlichen Weg. Während Hanni Lévy, Ruth Gumpel, Cioma Schönhaus und Eugen Friede in Interviewsequenzen von ihrer Zeit im Untergrund berichten, werden ihre Erzählungen in Rückblenden inszeniert. Die Melange geht überraschend gut auf.

Die Lebendigkeit, mit der die Zeitzeugen erzählen, scheint fast bruchlos in die inszenierten Bilder einzufließen. Cioma Schönhaus ist ein alter Mann, aber der Schalk in seinen Augen lässt noch immer die Verwegenheit erkennen, die er als Passfälscher an den Tag legte und der man nun in seinem schlaksigen Spielfilm-Wiedergänger Max Mauff begegnet. Hanni Lévy (Alice Dwyer) war 17, als sie untertauchte. Eine Kassiererin im Kino erkannte ihre Lage und nahm sie zu sich nach Hause.

Die Überlebenden blicken auf ihre Jugend zurück

Die zentrale Frage für alle lautete: Wem kann ich trauen? Die Lebhaftigkeit der Ausführungen fasziniert. Die Jahre im Untergrund waren auch die Zeit der Jugend, auf die die Überlebenden nun mit funkelnden Augen zurückblicken.

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Von Martin Schwickert / RND

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