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Kultur Die besten Bilder zum Twittertrend #KulturgeschichtealsBrotbelag
Nachrichten Kultur Die besten Bilder zum Twittertrend #KulturgeschichtealsBrotbelag
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14:54 24.07.2018
Gustav Klimts „Der Kuss“, adaptiert von Claire Larsson. Quelle: Claire Larsson
Berlin

Gemeinhin ist ja eher von brotloser Kunst die Rede. Doch bei einem aktuellen Twittertrend werden Toast und Co. kreativ belegt. Unter dem Hashtag #KunstGeschichtealsBrotbelag stellen Nutzer berühmte Gemälde und Skulpturen nach. So entstehen aus Käse und Basilikum Caspar David Friedrichs Kreidefelsen auf Rügen; aus Bohnen, Brokkoli, Zucchini und Champignons die Mona Lisa. Diese stammt von Nutzerin Solange. Sie sagt über ihre Motivation: „Ich habe mitgemacht, weil die Welt mehr davon braucht. Besonders Twitter leidet seit Trump und Co.. Und die Mona Lisa habe ich ausgewählt, weil sie weltbekannt ist, eines der umstrittensten Werke. Absurd, sie auf einem Stück Brot nachzukreieren, jedoch genau die perfekte Menge an Absurdität, die diese verklemmte Gesellschaft braucht.“

Dalís zerfließende Uhren werden unter der Überschrift „Die Beständigkeit des Wurstbrots“ mit Mortadella-Scheiben neu interpretiert. Und Nutzer Slowtiger hat kurzerhand den Verpackungskünstler Christo nachgeahmt und ein Brot eingetütet.

Das Spektrum reicht von minimalistischen Ulkbeiträgen – es gibt etwa unzählige von Joseph Beuys inspirierte „Fettecken“ mit Margarine auf Toast – bis zu kunstvollen Collagen. So hat Claire Larsson Gustav Klimts „Der Kuss“ bis ins Detail rekonstruiert, das Muster auf dem Umhang des Liebespaares entstand aus Möhrensplittern und Lakritzstangen.

Von Van Gogh bis Vermeer: Die besten Beiträge zum Twittertrend #KulturGeschichtealsBrotbelag – gegenübergestellt mit den Originalen.

Unternehmensberaterin und Kunstliebhaberin Anja Hartmann nahm sich Edvard Munchs Gemälde „Der Schrei“ vor. Weshalb hat sie bei der Aktion mitgemacht? „Weil ich intelligenten Quatsch mag – und besonders, wenn er mit Kunst oder humanistischer Bildung zu tun hat. Solche klug-verrückten Ideen inspirieren mich, und ich empfinde das Weiterdenken als großen kreativen Luxus.“

Alles begann mit einem Tweet von der Bloggerin Marie Sophie Hingst. Sie belegte in Anspielung auf Piet Mondrian ein Vollkornbrot mit Käse, Tomaten und Heidelbeeren.

Auch wir haben uns an der Aktion beteiligt, es uns aber mit einer Adaption von Mark Rothkos Gemälde „No. 6 (Violet, Green and Red)“ leicht gemacht: Der Maler ist für seine Farbflächen bekannt. Aus Pflaumen,- und Erdbeermarmelade sowie Pesto wurde für die Kopie eine Toastscheibe in Lila, Grün und Rot bemalt. Die Brotversion gibt es am Ende der Bildergalerie.

Von Nina May/RND

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