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08:30 06.06.2011
Carolyn Christov-Bakargiev, künstlerische Leiterin der documenta (13). Quelle: dpa
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Auf der ganzen Welt ist die documenta ein Begriff: Die Künstler, von Joseph Beuys bis Ai Weiwei, sind - oder werden - weltberühmt, rund um den Globus gibt es im Vorfeld Aktionen, und auch Komiker Otto Waalkes mit seinem Harry Hirsch hat sie schon verulkt. Am 9. Juni 2012, noch genau ein (Schalt)-Jahr lang, dann startet in Kassel die 13. Ausgabe der weltgrößten Ausstellung zeitgenössischer Kunst.

Die Vorbereitungen laufen bereits seit Jahren. In Kassel sind mittlerweile rund 30 Mitarbeiter beschäftigt - und bald kommen auch die Protagonisten. „Das kann ich verraten - fast alle der 100 Künstler, die wir bereits eingeladen haben, arbeiten an neuen Projekten, die hier vor Ort entstehen“, sagt die Kuratorin der documenta (13), die Amerikanerin Carolyn Christov-Bakargiev. Wer das allerdings sein wird, verrät sie offiziell nicht. „Die geheimnisvolle Dramaturgie rund um die Künstlerliste ist sicherlich so alt wie die documenta selbst. Aber wer sich genauer mit unserer Webseite auseinandersetzt, wird interessante Spuren finden“, betont sie.

CCB, wie Christov-Bakargiev kurz genannt wird, setzt vor allem auf überraschende Ausstellungsorte und architektonische Aspekte unter dem freien Kasseler Himmel. „Was mich daran besonders interessiert, ist die Überlappung verschiedener Zeit- und Ortssphären, wie sie in älteren wie neueren Gebäuden existieren. Und ganz wichtig: Wir bewegen uns viel zu wenig in der Welt draußen, das wird sich bei der documenta (13) entscheidend ändern: Wir werden ganz besonders intensiv den wunderschönen Auepark nutzen.“

Welche Rolle allerdings dann das Wetter spielen kann, hatte die vorangegangene documenta gezeigt: Nach einem Unwetter bei der documenta im Jahr 2007 stürzte „Template“, die Installation des chinesischen Künstlers Ai Weiwei, ein. Er hatte einen hohen Holzturm aus Türen und Fenstern von Häusern gebaut, die dem chinesischen Bauboom zum Opfer gefallen waren. „Das ist besser als vorher“, sagte er damals nach dem Zusammensturz.

Auch 2012 könnte der vor mehr als zwei Monaten in China festgenommene und seitdem verschwundene Ai Weiwei wieder eine Rolle spielen - als Regimekritiker. „Wir leben in einer Zeit eines umwälzenden historischen, sozialen und ökonomischen Umbruchs. Viele Fragen drängen sich auf, die die documenta in Kassel ebenso betreffen wie die ganze Welt. Fragen, die die Lebensbedingungen der Menschen in aller Welt tangieren - und damit auch die der Künstler“, betont Christov-Bakargiev. Die documenta werde alle Möglichkeiten - wie auch alle Komplikationen - des zeitgenössischen Lebens auf globaler Ebene reflektieren.

Für Christov-Bakargiev ist die Arbeit für die documenta auch ganz persönlich mit Aufwand verbunden - sie lernt Deutsch. „Es wird immer besser. Es ist eine große Freude, sich mit den Kenntnissen mehrerer Fremdsprachen durch die Welt bewegen zu können - in Zukunft wird dann auch Deutsch dazugehören.“

dpa

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