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Nachrichten Kultur Die zehnte Ausgabe des Internationalen Joseph Joachim Violinwettbewerbs in Hannover startet im Oktober
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13:04 19.02.2018
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Hannover

 Der Internationale Joseph-Joachim-Violinwettbewerb geht in die zehnte Runde. Doch bevor im Oktober die Teilnehmer der Jubiläumsausgabe um die hoch dotierten Preise spielen, kehren die Gewinner sämtlicher bisheriger Ausgaben in einer eigenen Konzertreihe nach Hannover zurück. Schon am Dienstag, 6. März, startet der Preisträgerparcours mit Nemanja Radulovic. 2003 wurde der Serbe mit der markanten Lockenfrisur genau an seinem 18. Geburtstag erster Preisträger des Wettbewerbs. Seither hat sich seine Karriere beachtlich entwickelt, zu einem Exklusivvertrag mit dem renommierten Klassiklabel Deutsche Grammophon kommen regelmäßige Auftritte mit den besten Orchestern der Welt. Bei seinem Auftritt im Leibniz Saal des HCC wird er aber mit seinen beiden eigenen Ensembles Les Trilles du Diable und Double Sens zu erleben sein. 

Radulovics Erfolgsgeschichte spiegelt auch die des hannoverschen Wettbewerbs wider. 1991 sei er mit dem Ziel ins Leben gerufen worden, ein international ausstrahlendes Kulturprogramm für Niedersachsen zu schaffen, sagte bei der Programmvorstellung am Dienstag Lavinia Francke, Generalsekretärin der Stiftung Niedersachen, die den Wettbewerb ausrichtet. „Dieses Vorhaben ist bravourös gelungen“, so Francke, der Violinwettbewerb stehe inzwischen in einer Reihe mit anderen großen Musikwettbewerben etwa in Brüssel und Moskau. 

Preisträger langfristig erfolgreich

Tatsächlich lässt sich diese Behauptung anhand der Reihe der bisherigen Preisträger durchaus untermauern. Außer Radulovic haben fast alle anderen bisherigen Gewinner in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten weiter aufhorchen lassen. Antje Weithaas, Siegerin der ersten Ausgabe von 1991, ist als Solistin und Lehrerin längst eine feste Größe in der Geigenwelt, und auch die übrigen Preisträger stehen weiterhin regelmäßig als Solisten im Rampenlicht. Drei von ihnen sind inzwischen Konzertmeister bei den großen Orchestern in Chicago, New York und Berlin – auch das ist ein beeindruckender Erfolg. Dass es in Hannover mit allein 116 000 Euro Preisgeld noch immer mehr zu gewinnen gibt als andernorts, erscheint da kaum noch der Rede wert.

Kein Wunder also, dass Oberbürgermeister Stefan Schostok den Wettbewerb als einen Höhepunkt im Kulturleben der Stadt würdigte. Er hob den Wert der internationalen Aufmerksamkeit hervor, den der Geigengipfel regelmäßig auf Hannover lenke. So werde Wettbewerb auch zu einer in aller Welt beachteten Plattform für hannoversche Musikinstitutionen wie die Hochschule und die Radiophilharmonie. In einer möglichen Kulturhauptstadtbewerbung sei der Joseph-Joachim-Wettbewerb ein wichtiger Baustein.

Finale mit Andrew Manze

Derartiges Lob wird Krzysztof Wegrzyn, der künstlerische Leiter des Wettbewerbs, gern gehört haben. Er hat den Wettbewerb vor fast 30 Jahren initiiert, leitet ihn seither und braucht sich nun angesichts des Zuspruchs wohl kaum Sorgen um die weitere Zukunft seines Projektes zu machen. 

Wegrzyn hat den Wettbewerb in den vergangenen Jahren ständig weiterentwickelt und in zu einem attraktiven Forum gemacht, auf dem sich die Teilnehmer so gut präsentieren können wie in keinem anderen Wettbewerb. Die Finalisten werden auch in diesem Jahr insgesamt fünf Auftritte absolvieren: Nach zwei Konzerten in der Vorrunde mit 24 Kandidaten folgt das Halbfinale, in dem sich noch zwölf Geiger mit einem frei gewählten Programm und dem Auftragswerk präsentieren, das in diesem Jahr von der britischen Komponistin Rebecca Saunders stammt. Die sechs Finalisten spielen diesmal erst einen Kammermusikabend mit den Mitgliedern des Kuss-Quartetts, bevor sie Solisten der NDR Radiophilharmonie werden, die diesmal erst mal im Finale von ihrem Chef Andrew Manze geleitet wird.

Von Stefan Arndt

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