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Dirigent Andris Nelsons sagt Premiere ab

Eklat in Bayreuth Dirigent Andris Nelsons sagt Premiere ab

Die Ruhe war trügerisch: Auch die diesjährigen Bayreuther-Wagner-Festspiele haben ihren Skandal: Überraschend hat der Andris Nelsons seinen Vertrag als Dirigent der "Parsifal"-Premiere, die die Festspiele am 25. Juli eröffnen, abgesagt. Betroffen davon ist auch die hannoversche Sängerin Mareike Morr.

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Andris Nelsons

Quelle: dpa

Bayreuth. Wenige Wochen vor der Premiere muss die Festspielleitung in Bayreuth einen neuen „Parsifal“-Dirigenten suchen. Mitten in der Probenzeit verließ der Lette Andris Nelsons, der am 25. Juli als Dirigent der Wagner-Oper die Festspiele eröffnen sollte, den Grünen Hügel.
„Leider haben die Umstände bei den diesjährigen Bayreuther Festspielen Andris Nelsons nicht die Atmosphäre ermöglicht, die er für seine künstlerische Arbeit benötigt“, hieß es in einer Mitteilung der Festspiele zu den Gründen der Vertragsauflösung dreieinhalb Wochen vor der Eröffnung am 25. Juli. Man habe der Bitte „mit Bedauern“ zugestimmt.
Aufgrund abweichender Ansätze in verschiedenen Fragen konnte sich die Atmosphäre der diesjährigen Bayreuther Festspiele nicht in einer für alle Parteien vorteilhaften Art und Weise entwickeln, ließ das Management von Nelsons verlauten. Weitere Kommentare wollten weder die Festspiele noch der Dirigent abgeben.
„Wir – und gerade auch Katharina Wagner – haben uns in den letzten zwei, drei Tagen sehr darum bemüht, ihn zurückzuholen“, sagte der Sprecher der Festspiele, Peter Emmerich, am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Doch die Festspielleitung musste sich geschlagen geben. „Das gilt erst einmal nur für dieses Jahr.“ Für die Zukunft gebe es noch Hoffnung. Das muss es auch – schließlich soll Nelsons 2020 den „Ring“ in Bayreuth dirigieren.
Der „Nordbayerische Kurier“ in Bayreuth berichtete von einem Streit zwischen Nelsons und dem Bayreuther Musikdirektor Christian Thielemann. Außerdem könne das in diesem Jahr verstärkte Sicherheitskonzept könnte eine Rolle gespielt haben, so das Blatt.
Der laufende Probenbetrieb, an dem unter anderem die hannoversche Sängerin Mareike Morr beteiligt ist, könne zumindest in dieser Woche fortgesetzt werden, berichtet der „Kurier“: Es sei ohnehin seit Langem vereinbart gewesen, dass Nelsons jetzt einige Tage Urlaub nehme.
Nelsons hatte von 2010 bis 2014 in Bayreuth bereits die „Lohengrin“-Inszenierung von Hans Neuenfels dirigiert. Mit der „Parsifal“-Neuinszenierung sollen die Richard-Wagner-Festspiele am 25. Juli eröffnet werden. Regie führt der Intendant des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden, Uwe Eric Laufenberg. Er war im November 2014 eingesprungen, nachdem sich die Festspielleitung von dem Künstler Jonathan Meese getrennt hatte. Dessen Konzept sei nicht finanzierbar, hieß es damals.
Jetzt muss schon wieder jemand Neues her. „Die Festspielleitung setzt sich jetzt sehr schnell ans Telefon“, sagt Emmerich. Natürlich gebe es eine Liste mit Kandidaten, welche Namen aber da drauf stehen, das will er nicht sagen. Denkbar ist auch, dass Thielemann diese Aufgabe übernehmen könnte.

Von Sophie Rohrmeier

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