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Kultur Donizettis späte Oper „Adelia“ als deutsche Erstaufführung am Theater für Niedersachsen
Nachrichten Kultur Donizettis späte Oper „Adelia“ als deutsche Erstaufführung am Theater für Niedersachsen
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10:11 14.03.2018
Wahnsinn: Adelia (Kim-Lillian Strebel) in der deutschen Erstaufführung der gleichnamigen Donizetti-Oper in Hildesheim. Quelle: Falk von Traubenberg
Hannover

 Gaetano Donizetti, geboren 1797 im heutigen Bergamo, wurde 50 Jahre alt und hat 71 Opern geschrieben. Ein halbes Dutzend davon, etwa „Der Liebestrank“ und „Lucia di Lammermmor“, gehört seit Langem zum festen Repertoire vieler Opernbühnen, anderes wurde auch während der großen Belcanto-Renaissance Mitte des 20. Jahrhunderts nicht international bekannt. So kommt es, dass Florian Ziemen, der neue Operndirektor und Chefdirigent am Theater für Niedersachsen, nun einen Coup landen konnte: In Hildesheim ist mit einer Produktion von „Adelia“ eine späte Donizetti-Oper als deutsche Erstaufführung zu erleben.

Die Uraufführung von „Adelia“, an der 1841 auch Verdis spätere Frau Giuseppina Strepponi beteiligt war, wurde in Rom mit größter Spannung erwartet, das Stück selbst aber vergleichsweise kühl aufgenommen. In Hildesheim dagegen war die Begeisterung am Ende außergewöhnlich groß: Die Zuschauer im Stadttheater applaudierten ausdauernd und im Stehen.

„Adelia“ bietet durchaus Gründe für beide Reaktionen: Es gibt einige schöne, Donizetti-typische Arien und Ensembles, aber auch eine Handlung, die die Begriffe Liebe, Tugend und Ehre zu einer hözernen Geschichte verbindet, an deren Ende die Protagonistin zumindest in Hildesheim wahnsinnig wird wie in „Lucia di Lammermoor“. 

Kim-Lillian Strebel meisterte diese Titelpartie klangschön und sicher. Die männliche Hauptrolle spielte bei der Premiere wegen einer Erkrankung des Tenors der Regisseur Guillermo Amaya, der das Stück abgesehen von dem etwas verschleierten Happy Ende unkompliziert in Szene gesetzt hat. Der kurzfristig engagierte Garrie Davislim sang die Partie derweil souverän von der Seitenbühne. Orchester und Chor des TfN leisteten unter der engagierten Leitung von Florian Ziemen Beachtliches. Der prickelnde Schwung in Donizettis Musik war aber eher selten zu hören.

Nächste Vorstellungen sind am am 17. März sowie am  1. und 10. April in Hildesheim

Von Stefan Arndt

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