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Kultur „Ein Ort, an dem man wachsen kann“
Nachrichten Kultur „Ein Ort, an dem man wachsen kann“
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00:00 28.10.2016
Felix Landerer
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Hannover

Herr Landerer, herzlichen Glückwunsch zum zehnjährigen Bühnenjubiläum als Choreograf in der freien Tanzszene! Wie fühlen Sie sich?

Danke. Es ist schön, wenn man das Gefühl hat, geschätzt zu werden und dass man einen Ort hat, an dem man wachsen kann. Hannover hat mir das beides ermöglicht. Das ist überhaupt nicht selbstverständlich, und darüber freue ich mich sehr.

Als Sie sich 2006 selbstständig machten - welche Erwartungen hatten Sie und welche Hoffnungen?

Zunächst einmal war ich unsicher, weil ich nur freie Choreografen kannte, die die meiste Zeit in Cafés arbeiteten und kaum Geld für ihre künstlerische Arbeit bekamen. Ich habe mir gesagt, wenn sich das nach zwei Jahren nicht halbwegs gut anfühlt, machst du etwas anderes.

Sie haben aber Kurs gehalten. Wollen Sie in Ihrer aktuellen Produktion „GALA!“ diese Jahre noch einmal Revue passieren lassen?

Nein. All diese Stücke sind mit sehr speziellen Menschen entstanden, und viele davon trugen auch ihre individuelle Handschrift als Performer in die Arbeiten. Ich hatte Lust, mit den großartigen Künstlern, die jetzt mit mir zusammenarbeiten, ein neues Stück zu machen. Es ist einfach zu reizvoll, so viel Potenzial in einem Raum versammelt zu haben.

Hat sich aus Ihrer Sicht im vergangenen Jahrzehnt die Tanzszene in Hannover verändert?

Kaum. Mir als Choreograf und meiner Company geht es besser, und die letzten beiden der zehn Jahre, in denen wir konzeptionell noch stärker gefördert werden, machen uns Hoffnung, dass sich etwas in Hannover verändern kann. Aber abgesehen davon, gibt es exakt die gleichen Institutionen wie vor zehn Jahren, die den Tanz in Hannover betreiben. Dafür fehlt nach wie vor ein Ort, der sich komplett dem Tanz verpflichtet, und den sehe ich auch in den nächsten zehn Jahren nicht in Hannover. Aber wer weiß?

Was wünschen Sie sich für die kommenden zehn Jahre - für Ihre eigene Arbeit und für die „Tanzstadt Hannover“?

Dass die Dinge, die in den vergangenen zwei Jahren vielversprechend ins Rollen gebracht wurden, weitergeführt werden. Für meine Arbeit mehr Stabilität, da wir nach zehn Jahren immer noch keine zuverlässige Verortung in Hannover haben, die eine kontinuierliche, hochprofessionelle Infrastruktur bietet. Für die „Tanzstadt Hannover“, dass sie sich wirklich zum Tanz bekennt. Dafür fehlt die letzte Entschlossenheit. Ich hoffe jedoch und bin zuversichtlich, dass sie diesen Schritt eines Tages wagen wird. Dz

Zum Stück:

Eine junge Frau betritt die Bühne in einem riesigen Kleid – nur, um sich daraus zu befreien. Ein junger Mann ist auf der Suche nach Anerkennung. Er tanzt, verrenkt sich, scheitert. Zwei Männer demonstrieren ihre Macht im Blitzlichtgewitter. Um Begegnungen und die Suche nach Authentizität geht es in der Produktion „GALA!“ von Landerer & Company. Der Choreograf Felix Landerer feiert  mit diesem zehnteiligen Episodenstück sein zehnjähriges Bühnenjubiläum. Es tanzen Samuel Denton, Simone Deriu, Anila Mazhari, Luigi Sardone, Karolina Szymura, Jesscia van Rüschen. Musik: Christof Littmann. Premiere am 5. November, ?20 Uhr, in der Eisfabrik. Karten unter (0511) 81 63 53.

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