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Ein bisschen Ritalin

Sarah Kuttner liest im Pavillon Ein bisschen Ritalin

Sarah Kuttner hat am Donnerstag im gut besuchten Pavillon ihren dritten Roman "180 Grad Meer" vorgestellt. Im Pavillon redet sie, wie sie twittert, wie sie moderiert, ja auch wie sie schreibt: munter drauflos, ein Gedanke hier, ein nächster dort. Vom Würstchenreis zum Kiffen bis zu den Vorzügen von Ritalin.

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„Ihr hört zu“: Sarah Kuttner.

Quelle: Heusel

Hannover. Wie soll das auch funktionieren? Sarah Kuttner, Schnellrednerin mit stets ironischem Unterton, soll sich für zwei Stunden an ein Pult setzen und aus ihrem Roman vorlesen. Da ist das Konzept schon schief. Und so macht sie es - wie immer - anders: platziert ihren Jack-Russel unter der Stehlampe - und quasselt erst mal einfach drauflos. Dann Lesung mit Ansage („Ich lese, ihr hört zu“), anschließend Signiereinheit („Ich schreibe ,Hallo‘ und meinen Namen, keine Selfies!“). Sie hat da genaue Vorstellungen.

Der Star an diesem gut besuchten Abend im Pavillon ist nicht ihr dritter Roman „180 Grad Meer“ über die Protagonistin Jule auf Sinnsuche und Flucht vor der depressiven Mutter. Der Star ist Kuttner selbst. Die Autorin und Moderatorin schafft es, auf der Bühne zwischen Albernheit und gebotener Ernsthaftigkeit locker hin- und herzuspringen.

Im Pavillon redet sie, wie sie twittert, wie sie moderiert, ja auch wie sie schreibt: munter drauflos, ein Gedanke hier, ein nächster dort. Vom Würstchenreis zum Kiffen bis zu den Vorzügen von Ritalin. Das Publikum gluckst und amüsiert sich prächtig. Sarah Kuttner inszeniert sich mit all ihren Spleens, lässt auch mal ein wenig Zickigkeit durchblitzen. Gelesen hat das Publikum das neue Buch zum Großteil nicht, bei der Frage nach der Lektüre gehen nur wenige Hände hoch. Viele sind hier, damit sie Kuttner beim Kuttner-Sein zugucken können.

Das Problem bei dem Spiel mit der Ironie, das Sarah Kuttner so pflegt: Irgendwann wird alles zum Witz. Als eine Zuhörerin aufsteht und gleich darauf niederstürzt, will Kuttner noch einen Witz über Toilettenbesuche während Lesungen machen - was sie nicht sehen kann: Die Zuhörerin war in Ohnmacht gefallen. Die Lesung wird unterbrochen, die Frau versorgt, und Kuttner macht danach einfach mit ein paar Hunde-Mätzchen weiter.

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