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Eindringliche Klangvisionen

Sommerliche Musiktage in Hitzacker Eindringliche Klangvisionen

In der zum Start der 70. Sommerlichen Musiktage in Hitzacker ausgegebenen Formel „Opus 70“ steckte mehr Sprengstoff, als der Titel „Das Fest ist eröffnet!“ ahnen ließ.

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Das Trio Catch: Sun-Young Nam, Boglárka Pecze und Eva Boesch in Hitzacker (von links).

Quelle: Kay-Christian Heine

Hitzacker. Das barocke Programm mit Solo- und Triosonaten schien inhaltlich Brücken zu jenem 2. August 1945 zu schlagen, als sich aus dem zerstörten Hamburg musikbegeisterte Bürger in dem idyllischen Elbstädtchen versammelten und in einer Art Bürgerinitiative musizierten - was die Anfänge der Musiktage in Hitzacker waren.

Der Schweizer Blockflötist Maurice Steger präsentierte sich in Hitzacker als Erneuerer, atemberaubender Virtuose und tanzender Komödiant. Letzteres nicht nur, als in einer Veracini-Sonate eine Postillions-Gigue geblasen, sondern auch, als eine Corelli-Gavotte in Wechselschritten gesteppt wurde.

Wiederholt ist in Hitzacker der mit 20 000 Euro dotierte Belmont-Preis der Forberg-Schneider-Stiftung verliehen worden. Nach der in Hitzacker seit 2012 als künstlerische Leiterin wirkenden Geigerin Carolin Widmann und dem Pianisten Marino Formenti hat die Jury nun die 1984 in Belgrad geborene Komponistin Milica Djordjevic ausgezeichnet. Gespielt wurden in Hitzacker zwei ihrer Vertonungen serbischer Dichtung. So wurde Lyrik von Vasko Popa von der Komponistin mit Gesang, drei Streichinstrumenten und Akkordeon nachgezeichnet und in eindringliche Klangvisionen verwandelt. Es lohnt, sich den Namen Milica Djordjevic zu merken.

Ein weiteres Beispiel für das Zusammenspiel von Tradition und Innovation boten die drei Damen des Trios Catch. Sie hatten schon früher durch exzellente Interpretationen zeitgenössischer Musik aufhorchen lassen. Die Klarinettistin Boglárka Pecze, die Cellistin Eva Boesch und die Pianistin Sun-Young Nam hatten gemeinsam mit dem Komponisten Helmut Lachenmann dessen Trio „Allegro sostenuto“ akribisch einstudiert. In Hitzacker faszinierte die gestalterische Präsenz des Trios gleich doppelt. Da erschloss sich dem atemlos lauschenden Publikum das Lachenmann-Trio mit Aus- und Nachklängen, Resonanzfeldern und mal ausgetrockneten, mal sprachnahen Tönen als ausdrucksvolles instrumentales Theater.

Die Sommerlichen Musiktage Hitzacker dauern bis zum 2. August. Morgen um 20 Uhr werden sie fortgesetzt mit der vom Oboisten Heinz Holliger einstudierten Gran Partita von Mozart. Karten unter Telefon (0 58 41) 94 14 30 oder info@musiktage-hitzacker.de

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