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Kultur Eine Reise durch den Ballhof
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18:40 23.02.2018
Wessam Talhoq, Roula Thoubian, Saham Elgaban, Akchafi Abby Quelle: Moritz Küstner
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Hannover

Herr Talhouq, wie waren Ihre Erfahrungen mit dem Yalla-Ensemble?

Talhouq: Es war eine große Aufgabe für mich, mit 20 Leuten verschiedenen Alters und verschiedener Herkunft zu arbeiten. Unser jüngster Teilnehmer ist gerade 14 geworden und die älteste Teilnehmerin ist Mitte 40. Mit beiden spreche ich ganz unterschiedlich. Unser Projekt hieß „Unterwegs“, denn das Unterwegssein hat für viele von uns eine prägende Bedeutung. Wir haben gefragt, was jeder Teilnehmer mit dem Thema verbindet. Ich habe viel Neues gelernt. Dann haben wir uns entschieden, die Zuschauer bei unserer Präsentation im Februar auf eine Reise durch den Ballhof zu schicken, und haben an drei verschiedenen Orten gespielt.

Herr Abby, Sie leiten das nächste Projekt - was haben Sie mit dem Publikum und den Akteuren vor?

Abby: Da ich aus der Filmbranche komme, möchte ich mit dem Ensemble einen Film drehen. Während der zwei Monate, die wir Zeit haben, werden wir zuerst Filme und Dokus schauen und etwas über die Filmgeschichte lernen. Dann gibt’s praktische Aufgaben: Alle werden kurze Filme mit dem Handy drehen, bei denen die Themen Liebe, Freundschaft und Einsamkeit im Mittelpunkt stehen. Am Ende wollen wir dann alle gemeinsam einen längeren Film drehen, den wir bei der Präsentation im Ballhof Café zeigen wollen. Unser Film wird eine Mischung aus dokumentarischen, persönlichen Ebenen der Teilnehmer und szenisch-spielerischen Ebenen werden.

Und wer steht auf der Bühne?

Talhouq: Junge Menschen aus Syrien, Irak, Iran, USA, Deutschland und Afghanistan. Es gibt ungefähr zehn Leute, die schon bei den ersten beiden Projekten mit dabei waren. Denen scheint es zu gefallen, das ist schön.

Abby: Ja, hier treffen viele unterschiedliche Kulturen aufeinander. Das ist spannend, aber da mussten wir zu Beginn auch immer Absprachen treffen. Anfangs gab es zum Beispiel Gesprächsbedarf hinsichtlich der Pünktlichkeit. Mittlerweile klappt das ganz gut und ich bin sehr gespannt auf die Arbeit, die Menschen und ihre Geschichten.

Yalla-Ensemble: Filme, 19. März, 19.30 Uhr, Ballhof Café

Zum Projekt

„Das wird eine Herausforderung, aber wir schaffen das“, sagt Alshafei Abby mit seinem für ihn typischen Lächeln. Vor drei Jahren flüchtete der sympathische 46-Jährige aus seiner Heimat Syrien nach Deutschland. Fast zehn Jahre lang war er als Regieassistent in einer syrischen Fernsehserie engagiert. Dann vertrieb ihn der Krieg und er landete mit seiner Frau Roula, die Schauspielerin ist, in Hannover. Hier kam ihre gemeinsame Tochter zur Welt und hier sind nun beide Teil des Projektes „Yalla“ am Jungen Schauspiel geworden. Gemeinsam mit Alshafei Abby und Roula Thoubian leiten auch Saham Elgaban und Wessam Talhouq (35) jeweils für zwei Monate die jungen Teilnehmer des Ensembles an.

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