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Hannovers Kulturszene verliert wichtige Förderin

Elke Oberheide Hannovers Kulturszene verliert wichtige Förderin

Mehr als anderthalb Jahrzehnte war sie der gute Geist der hannoverschen Literaten- und Musikerszene. Jetzt hört Elke Oberheide auf, und alle sind sich einig, dass es sehr schwer werden wird, diese Lücke zu schließen.

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Elke Oberheide im Kulturbüro.

Quelle: Bert Strebe

Hannover.  Elke Oberheide, im Kulturbüro der Stadt Hannover zuständig für die Musik- und die Literaturförderung, geht zum Jahresende in den Ruhestand. 

Der Abschied fand standesgemäß mit einer Lesung bei Feinkost Lampe in Linden statt, Mirco Buchwitz und Tobias Premper trugen ihre witzigen, bösen, verrückten Textminiaturen vor – so etwas mochte Elke Oberheide immer: kein Mainstream, ein bisschen mutig, ein bisschen schräg. Und damit war sie perfekt für eine Stadt wie Hannover, in der etliche Musiker und Schreiber arbeiten, die keine Bestseller landen und nie einen großen Konzertsaal füllen werden und trotzdem gut sind. 

Elke Oberheide, die Politik und Germanistik studiert und sich zunächst mit Soziokultur und Stadtteilhistorie befasst hat, besitzt ein feines Gespür für Menschen und dafür, sie in Kontakt zu bringen. Zahllose gemeinsame Auftritte von Literaten und Musikern, die sich überhaupt erst durch Oberheides Vermittlung kennengelernt haben, endeten als heftig beklatschte Abende. Und sie zahlte echte Honorare – was längst nicht mehr selbstverständlich ist. 

An dem Abend im Feinkost Lampe zeigte Elke Oberheide sich wie immer bescheiden: Sie sei der Stadt dankbar, dass sie das alles habe machen dürfen, sagte sie. Das mag so sein. Aber eigentlich muss die Stadt dankbar sein. Die Kulturszene wird Elke Oberheide kolossal vermissen.

Von Bert Strebe

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