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Die Bands Emerson Prime und Passepartout im Lux 

Konzert im Lux Die Bands Emerson Prime und Passepartout im Lux 

Die Musiker von Emerson Prime und Passepartout sind miteinander befreundet. Jetzt standen beide Bands bei einem Doppelkonzert im Lux auf der Bühne

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Zusammen mit Emerson Prime gibt die Band Passepartout ein Konzert  im Lux.

Quelle: Foto: Katrin Kutter

Hannover.  Bei aller Energie und aller Zeitgenossenschaft der beiden jungen Bands aus Hannover, die da im Lux auf der Bühne stehen: Dieser Abend ist eine musikalische Geisterbeschwörung. Die Musiker von Emerson Prime und Passepartout sind Freunde und ab und zu Gäste in der jeweils anderen Band. Fast alle studieren Musik in Hannover und verbinden in ihren Songs professionellen Anspruch mit Begeisterung und Leidenschaft. Was der auf Deutsch und Französisch gerappte Hip Hop von Passepartout mit dem auf Englisch gesungenen Progressive Pop von Emerson Prime aber vor allem zu tun hat, erschließt sich beim zweiten Hinhören. Als wäre die Bühne im mit knapp 250 Besuchern ausverkauften Lux nicht ohnehin schon voll genug, versammeln beide Bands im Geiste musikalische Helden aus mindestens fünf Jahrzehnten um sich.

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Gute Stimmung im ausverkauften Lux

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Oft nur für Augenblicke manifestieren sich diese Helden in geschickt kombinierten Versatzstücken und Zitaten. Gleich beim Intro des Auftritts von Emerson Prime, der auch die Präsentation des Erstlingsalbums „Wonderseed“ ist, scheint zum Beispiel Alan Parson mitzutüfteln. Die atmosphärische Instrumentalnummer „A Seed Of Wonder“ vereint gesprochenen Text mit Syntesizern, als wäre sie eine Verbeugung vor dessen 1976 erschienenem Album „Tales Of Mystery And Imagination“, einem Meilenstein des Progressive Rock. Dann bricht der Klangteppich abrupt ab und eine pointierte Funkgitarre macht schon zu Beginn von „2016“ klar, dass die Reise weitergeht - durch die Achtzigerjahre bis heute.

„I can't believe that the monsters succeeded“ singt Erika Emerson, die der Band am ersten gemeinsamen Tag im Studiengang Popularmusik der Musikhochschule ihren Namen gab. Der Text reagiere auf den Erfolg Donald Trump sagt sie. Das passt zur wütenden Energie der Instrumente, die sich immer mehr in einen treibend komplexen Rocksound steigern. Emersons tiefer Gesang wiederum bringt Jazz und Soul mit, ihre markante Stimme weist den Weg durch all die Referenzen. Leerstellen gibt es keine in den dicht komponierten Songs, in denen mal Billy Joel bei Pink Floyd an den Tasten zu sitzen und mal Metallica ein Musical zu begleiten scheint.

 Die Musikerkollegen von Passepartout machen bereits mit ihrer Besetzung klar, dass sie es nicht beim reinen Hip Hop belassen werden. Querflöte und Trompete geben über weite Strecken den Ton an und zitieren in Soli eine Bandbreite von Einflüssen, die von Edvard Grieg bis Ian Anderson reicht. Die Band legt einen bunten Teppich aus Funk, Jazz und Pop unter den Hip Hop - und brechen hin und wieder in Minimal, Ska oder Latin aus. Die beiden Bands lassen es sich nicht nehmen, sich bei einigen Songs gegenseitig zu unterstützen. In solchen Momenten steht offensichtlich der Spaß im Vordergrund, einfach mit begabten, kreativen Menschen loszulegen - bei aller Professionalität haben sich die Beteiligten ihre Leichtigkeit bewahrt. Das junge Publikum empfängt die beschworenen Geister aus der der Musikgeschichte mit offenen Armen.

 Am Donnerstag, 18. Januar 2018, um 20 Uhr spielt die Band Belgrad im Lux.

Von Thomas Kaestle

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