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Liebliche Nachtgesänge

Das Eröffnungskonzert der Chortage Liebliche Nachtgesänge

Es war ein Fest der jungen Stimmen, mit dem die Chortage Hannover eröffnet wurden. Der Knabenchor, der Mädchenchor und als Gast das Ensemble Deutscher Jugendkammerchor teilten sich dabei das Podium. Seit mittlerweile acht Jahren lädt der Niedersächsische Chorverband jährlich zu dem Festival ein. 

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Der Knabenchor Hannover tritt bei den Chortagen auf.

Quelle: Dithfurth

Hannover. Unter dem Motto „Hannover ist ganz Chor“ beteiligen sich bis zum 12. Juni 50 Chöre mit 1200 Sängerinnen und Sängern an dem Chorevent in der Galerie Herrenhausen. Den Auftakt beim Eröffnungskonzert machte der Knabenchor. Sein Dirigent Jörg Breiding geht umsichtig mit den Stimmen um, vor allem mit den „Kleinen“ im Sopran und Alt. So kann ohne Druck strahlende Klangfülle entstehen. Dazu verhelfen ihm auch die bestens singenden Männerstimmen, die besonders im unkonventionellen Arrangement des Liedes „Kein schöner Land“ durch den Wohlklang ihrer gut trainierten Stimmen auffallen. Und den Barock-Schlager „Zadok the Priest“ von Händel mit seinen festlichen Klangsäulen und laufenden Koloraturen meistern Dirigent und Chor mit Bravour, unterstützt von Julian Wolf am Klavier.

Gudrun Schröfel, die Leiterin des Mädchenchores, entwickelt den Chorklang aus biegsamer Stimmführung heraus und kann die Stimmen der Mädchen bis zu einer fraulichen warmen Tonfarbe führen. Auf dieser Grundlage wurden dann ein „Ave Maria“ von Gustav Holst und Josef Rheinbergers „Wie lieblich sind deine Wohnungen“ zu klangschönen Beispielen romantischer Chorkunst.

Am Schluss überließ sie den Mädchen allein die Bühne. Die groovten sich mit sichtbarem Spaß durch den Bacherach-Standard „I Say a Little Prayer for You“ inklusive kollektiver Choreografie. Sensibel und aufmerksam begleitete Nicolai Krügel die Mädchen am Flügel.

Knabenchor und Mädchenchor sind anerkannte Spitzenensembles

Den Auftritt des Mädchenchores umrahmte überraschend, weil im Programm nicht angekündigt, das Bläserensemble Schwerpunkt und zeigte bei dem kurzweiligen Stück „Call“ von Luciano Berio, was auf Blechblasinstrumenten klanglich alles möglich ist.

Die beiden hannoverschen Chöre sind international anerkannte Spitzen­ensembles. Der deutsche Jugendkammerchor bewies dann, dass auf der Besten-Skala trotzdem Platz nach oben ist. Mit dem Programmthema „Nachtgesänge“ begaben sich die wunderbar singenden jungen Leute unter dem inspirierenden Dirigat von Florian Benfer in einen Klangraum voller Geheimnisse und Skurrilitäten.

Bei dieser Reise durch die Nacht stellten die zeitgenössischen Stücke skandinavischer und baltischer Komponisten den Chor vor heikle sängerische Aufgaben. Sie wurden meisterhaft gelöst. Mit dem anrührend gestalteten „Nachtlied“ von Max Reger ließen sie das Konzert ausklingen, das ein würdiger Auftakt für die Chortage war.

Von Claus-Ulrich Heinke

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