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„Tanzen macht glücklich“

Erstes Kinderbuch von Ariane Schwörer „Tanzen macht glücklich“

Sie hat getan, wovor alle warnten: Um ihren Traum von einem eigenen Kinderbuch verwirklichen zu können, hat Ariane Schwörer ihren Job gekündigt und zu schreiben begonnen. Jetzt ist „Ballett mit Börek“ in der Edition Oetinger 34 erschienen.

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Ariane Schwörer mit ihrem Erstlingswerk „Ballett im Börek“.

Quelle: Philipp von Ditfurth

Hannover. Ihre Leidenschaft fürs Tanzen sieht man Ariane Schwörer auf den ersten Blick an: Die zierliche Frau hält sich kerzengerade, sie wirkt fragil, aber auch entschlossen. Eben wie eine typische Tänzerin. Als junges Mädchen hat die gebürtige Hamburgerin, die schon lange in Hannover lebt, Ballett getanzt, hatte Unterricht an der berühmten Schule von John Neumeier. Doch irgendwann habe man ihr eröffnet: Für die große Ballettkarriere seien ihre Beine schlichtweg zu kurz. „Das war wie ein Schlag ins Gesicht, sagt Ariane Schwörer bei einem großen Glas Rhabarberschorle im Café Mezzo.

Das Tanzen ist eine Herzensangelegenheit geblieben: Gerade hat Ariane Schwörer ihr erstes Kinderbuch veröffentlicht - und erzählt darin, wie die Liebe zum Tanzen zwei unterschiedliche Kinder zusammenbringt. Da ist die ehrgeizige Lara, die eifrig zum Ballettunterricht geht; und da ist Hakan, der begeistert Hip-Hop tanzt. „Ballett mit Börek“ (192 Seiten, 9,99 Euro) heißt das Buch für Leser ab acht Jahren, und auf den vorderen Innenseiten ist ein Rezept für Börek, den türkischen Teigröllchen, abgedruckt.

Ariane Schwörer hat all das gemacht, wovor Verleger und Lektoren immer warnen: Als sie sich ihren Traum vom eigenen Kinderbuch erfüllen wollte, hat sie ihre Stelle als Buchhalterin gekündigt und zu schreiben begonnen. Mit dem ersten Entwurf ihrer Geschichte ist sie zur Leipziger Buchmesse gefahren und an den Verkaufsstand des Oetinger-Verlags gegangen. Den hatte sie als Kind ins Herz geschlossen, weil dort die Bücher ihrer damaligen Lieblingsautorin Christine Nöstlinger erscheinen. Eigentlich wollte die Verlagsmitarbeiterin das Manuskript nicht entgegennehmen, doch Ariane Schwörer erzählte so leidenschaftlich von ihrem Projekt, dass der Verlag sich dann doch interessierte. Jetzt ist „Ballett mit Börek“ in der Edition Oetinger 34 erschienen.

Sie sei in eine neue Welt eingetaucht, sagt Ariane Schwörer, habe dabei viele tolle Leute kennengelernt, zum Beispiel die Illustratorin Meike Hamann. Allerdings brauchte es seine Zeit, bis die Ideen von Autorin und Illustratorin zusammenpassten - „ich kann auch schwierig sein“, sagt Ariane Schwörer und lacht.

Schreibworkshops hat die Autorin nie besucht. Ob und wie die Geschichte bei jungen Lesern ankommt, hat sie an ihren Töchtern ausprobiert: Wenn die Mädchen - zwölf und elf Jahre jung - etwas am Text auszusetzen hatten oder nicht verstanden, hat die Mutter sich noch mal ans Manuskript gemacht. Ariane Schwörer, geboren 1972, ist es wichtig, dass „der Ton“ ihres Buches stimmt. Auch wenn sie Debütantin ist, weiß sie genau, was sie will - und was nicht: Auf keinen Fall wollte sie eine Geschichte als E-Book im Selbstverlag veröffentlichen. „Ich selbst würde meinen Töchtern nie ein Buch in die Hand geben, das nicht durch den Filter eines Verlags gegangen ist“, sagt sie. Klare Vorstellungen hatte sie auch in Sachen Recherche: Um überzeugend über Hakans Hip-Hop-Leidenschaft schreiben zu können, hat sie in Garbsen, wo sie mit Mann und Kindern lebt, einen Hip-Hop-Kurs besucht.

Wie es mit der neuen Autorin weitergeht, weiß sie noch nicht. Ariane Schwörer, die nach einer kaufmännischen Ausbildung Anglistik, Germanistik und BWL studiert hat, möchte am liebsten weiter Kinderbücher schreiben. Für Oetinger arbeitet sie gerade an einem neuen Projekt. Sie wolle all diese Erfahrungen und Erlebnisse „erst einmal sacken lassen“. Irgendwann müsse sie dann schauen, ob das Verhältnis zwischen der vielen Mühe und dem wenigen Geld, das als Kinderbuchautorin zu verdienen ist, halbwegs stimmt. Erst einmal aber arbeitet sie an ihrem Traum weiter. „Tanzen macht glücklich“, sagt sie. Das Schreiben scheint sie ähnlich glücklich zu stimmen.

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