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Kultur Facebook-Aufruf löst Rätsel um goldenen Kegel
Nachrichten Kultur Facebook-Aufruf löst Rätsel um goldenen Kegel
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11:33 26.12.2015
Monatelang hat Israels Altertumsbehörde über die Herkunft eines mysteriösen vergoldeten Objekts gerätselt, das auf einem antiken Friedhof in Jerusalem gefunden worden war. Quelle: Yoli Shwartz/Israelische Alterumsbehörde/dpa
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Jerusalem

Monatelang hat Israels Altertumsbehörde über die Herkunft eines mysteriösen vergoldeten Objekts gerätselt, das auf einem antiken Friedhof in Jerusalem gefunden worden war. Ein Facebook-Aufruf der Behörde brachte binnen weniger Stunden Gewissheit.

Angst vor einer Bombe

Der kegelförmige Gegenstand mit Rillen ist keine antike jüdische Reliquie, sondern ein sogenannter Isis-Beamer, der von der deutschen Firma Weber vertrieben wird und angeblich vor elektromagnetischer Strahlung schützen soll. Dies bestätigte Sprecherin Yoli Shwartz von der Altertumsbehörde am Mittwoch. Ein Friedhofsangestellter hatte nach dem Fund zunächst befürchtet, es handele sich um eine Bombe, und Sprengstoffexperten der Polizei gerufen.

**English translation below** שאפו לגולש מיכה ברק מאיטליה, ולכל מי שלקח חלק בפתרון תעלומת החפץ מבית הקברות...

Gepostet von ‎רשות העתיקות - לגעת בעבר‎ am Dienstag, 22. Dezember 2015

"Die Schwarmintelligenz hat Erfolg gebracht", schrieb die Altertumsbehörde nun auf ihrer Facebook-Seite. Micah Barak aus Italien habe das Rätsel um das Objekt gelöst. Als Belohnung sei er nach Jerusalem eingeladen worden. Zuvor seien Hunderte andere Lösungsvorschläge eingegangen: Ein Instrument zur Besamung von Kühen, ein Nudelholz, ein Teil einer Industriemaschine, ein Massagestab oder ein Kultobjekt aus dem antiken jüdischen Tempel.

Beliebt bei Feng-Shui-Beratern

Isis gelte in der ägyptischen Mythologie als Göttin der Heilung, Magie und Natur, hieß es in der Mitteilung der Behörde. Der nach ihr benannte Isis-Beamer wird in verschiedenen Größen zu Preisen von 75 bis zu 879 Euro angeboten. Er soll angeblich persönliche Energiefelder verbessern und wird nach Herstellerangaben gerne von Heilpraktikern und Feng-Shui-Beratern gekauft. Die Beamer würden "zur Harmonisierung von Räumen" verwendet, erklärte der Hersteller. "Sie können einen positiven Effekt auf Mensch, Tier, Pflanze und die ganze Umwelt haben."

Hersteller hätte Beamer gerne zurück

Wie das Objekt auf den Jerusalemer Friedhof gelangte, ist allerdings weiterhin unklar. "Wir hoffen, dass jene, die es auf dem Friedhof versteckt haben, sich bei uns melden und uns erklären, warum es in einem antiken Gebäude vergraben wurde und welchen Toten sie positive Energie verleihen wollten."

Der Hersteller hat aber eine Vermutung: Derjenige, der den Isis-Beamer vergrub, habe vermutlich "einen positiven Einfluss auf den Friedensprozess in Israel" ausüben wollen. Sollten die Archäologen in Jerusalem keine Verwendung mehr für den Beamer haben, "würden wir uns freuen, wenn er zu unseren Händen nach Deutschland zurückgeschickt werden könnte", schrieb Weber in einer Mitteilung. "Wir übernehmen auch die entstehenden Transportkosten."

dpa/wer

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