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Kultur Farbexperimente in der hannoverschen Galerie Drees
Nachrichten Kultur Farbexperimente in der hannoverschen Galerie Drees
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10:06 19.11.2010
Von Johanna Di Blasi
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Die Galerie Robert Drees möchte in ihrer neuen Ausstellung, die am 19.11. rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft eröffnet wird, offenbar den Nachweis erbringen, dass Oberflächenkunst nicht nur oberflächlich sein muss. Jedenfalls haben der Galerist Robert Drees und seine Mitarbeiterin, die Erfurter Kunsthistorikerin Corona Unger, mit viel Fingerspitzengefühl drei künstlerische Positionen aus dem großen Feld jener Maler für ihre Gruppenschau „Surfaces – Über Flächen“ ausgewählt, die sich mit dem Thema Wirkung und Materialität der Farbe auseinandersetzen.

Das Spektrum der radikalen Farbmalerei (radikal im Sinne der Beschränkung auf die Materialität von Farbe und Bildträger) erscheint immer noch nicht ausgeschöpft. In den sechziger Jahren haben sich Maler parallel zur konkreten Poesie dem „Radical Painting“ gewidmet. Inzwischen haben mehrere Künstlergenerationen das Schema weiter dekliniert. Und eine Reihe von Sammlern interessiert sich speziell für diese Kunstrichtung.

In der Ausstellung der Galerie Drees sind zwei in den sechziger Jahren geborene Künstler mit ihren Farbexperimenten vertreten, Christian F. Kintz aus Hamburg und Nicholas Bodde aus Bremen. Hinzu kommt der 1970 geborene Brite Eric Butcher. Ein verbindendes Element: Alle drei verwenden Metall als Malgrund. Die Resultate aber unterscheiden sich deutlich und lassen unterschiedliche Persönlichkeiten durchscheinen.

Kühl gehalten sind die Streifenbilder von Nicholas Bodde. Er schätzt ungewöhnliche Format, ovale und runde. Die Palette von Pink bis Giftgrün entstammt der Pop-Art und der Reklamewelt. Butcher, der neben Kunst auch Philosophie studiert hat, schafft mit ähnlichen Mitteln ganz andere Werke. Er überzieht gebogene Metallflächen mit dünnen, gerakelten Farb-Harz-Lasuren und schafft Tiefeneffekte.

Ein Freund des libidinösen und verspielten Herumklecksens ist hingegen Kintz – vielleicht mag man ihn deswegen besonders. Der Hamburger überzieht Metall- oder Holzleisten fingerdick mit Öl- oder Acrylfarbe. Man meint, geschmolzene Marshmallowpaste oder Reste von Zuckertörtchen vor sich zu haben. Lecker. Die Ausstellung in der Galerie Drees kann mit dem mithalten, was Kölner oder Berliner Galerien bieten.

Die Ausstellung „Surfaces – Über Flächen“ Galerie Drees, Weidendamm 15, bis 8. Januar, Eröffnung am 19.11. um 19 Uhr.

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