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Kultur Karl Lagerfeld wird ungefähr 80
Nachrichten Kultur Karl Lagerfeld wird ungefähr 80
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09:01 06.09.2015
Schwarze Sonnenbrille, weißer Mozartzopf, steifer Vatermörderkragen und Ringe an jedem Finger: So kennt Karl Lagerfeld fast jeder. Quelle: dpa
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Paris

Karl Lagerfeld wird bewundert und hofiert. In der Welt der Mode gilt er seit dem Tod von Yves Saint Laurent als Alleinherrscher. In den Medien ist der Star omnipräsent. Wer sich hinter der Stilikone mit dem weißen Mozartzopf und der Sonnenbrille wirklich versteckt, bleibt ein Rätsel - so wie sein Geburtsdatum. Nur der 10. September steht fest.

Lange kursierte 1938 als Lagerfelds Geburtsjahr. Andere Quellen sprechen von 1933. Vor wenigen Jahren datierte der Mode-Maestro das Ereignis auf 1935. Glaubt man ihm, kann man ihm jetzt zum 80. Geburtstag gratulieren. 

Modezar, Fotograf, Designer, Filmemacher, Verleger und Stilikone: Frankreichs Presse nennt den gebürtigen Hamburger, der Frankreich und Paris zu seiner Wahlheimat erkoren hat, "König der Maßlosigkeit" oder "Karl den Großen" in Anspielung an den gleichnamigen Herrscher, der bis 814 König des Frankenreichs war, das unter ihm zu seiner größten Ausdehnung und Machtentfaltung fand.

Seine Kreativität kennt keine Grenzen

Er habe sich schon immer für Kleider interessiert, ohne zu wissen, dass man das Mode nenne, sagte Lagerfeld einmal in einem seiner zahlreichen Interviews. Als er in der französischen Hauptstadt Mitte der 50er Jahre seine Mode-Karriere begann, arbeitete er zunächst für Namen wie Balmain, Patou und Chloé.

Sein Wechsel im Jahr 1983 zu Chanel war wegweisend. Er rüttelte die traditionsreiche Luxusmarke aus ihrem Dornröschenschlaf. Die typischen Tweedstoff-Jacken poppte er mit Bändern und Fransen neu auf, Haute Couture-Kleider kombinierte er mit Sportschuhen. Treu blieb er dem klassischen Cocktailkleid und dem rosa Kostüm.

Lagerfeld darf und kann alles. Ausgerechnet der High-Society-Vertreter verkaufte kurzzeitig bei H&M. Bei den diesjährigen Pariser Schauen veranstaltete der Fashion-Meister - neben seinem Haute-Couture-Defilee für Chanel - erstmals für das römische Modehaus Fendi eine Haute-Couture-Pelzschau. Anlass war sein 50-jähriges Dienstjubiläum. Mode unter seinem eigenen Name kreiert Lagerfeld seit Mitte der 70er Jahre.

Seine Kreativität kennt keine Grenzen. Als Fotograf, Designer, Filmemacher und Verleger schlug er immer wieder neue Wege ein. "Man muss sich für alles interessieren – aber man darf nie nur in eine Richtung gehen, man muss sich alle Türen offen halten. Man darf seine Neugierde nicht verlieren, sonst geht die Energie weg", sagte er der Wochenzeitung "Die Zeit".

Im Jahr 2008 entwarf er für den Spielzeughersteller Steiff einen Lagerfeld-Teddybär. Das Schmusetier mit Sonnenbrille, schwarzer Seidenkrawatte und weißem Hemd mit Stehkragen war auf 2 500 Stück limitiert - der Preis für das Alpaca-Plüschtier: 1000 Euro. Ein Lagerfeld zum Kuscheln? "Ich interessiere mich nur für mich selbst und mein Spiegelbild", lautete seine Begründung.

Berühmt-berüchtigt sind seine Ironie und seine Lästerattacken. Die britische Sängerin Adele finde er zu rundlich, das Model Heidi Klum sei nicht top wie Claudia Schiffer oder Nadja Auermann, wie ihn die Zeitschriften die "Bunte" und "Glamour" zitieren. Er schimpft über dicke Muttis mit Chipstüte vorm Fernseher und mag das Gesicht von Pippa Middleton nicht. Sie solle sich nur von hinten zeigen, sagte er der Boulevardzeitung "The Sun".

"Karl der Große" kann sich so etwas herausnehmen. Auch eine Luxus-Katze halten. Lagerfeld ließ sie für Opel und japanische Schönheitsprodukte werben. Millionen von Euro soll seine Choupette damit verdient haben.

Schwarze Sonnenbrille, weißer Mozartzopf, steifer Vatermörderkragen und Ringe an jedem Finger: So kennt ihn fast jeder. Doch was für ein Mensch versteckt sich hinter dieser Montur? In seiner Folge der TV-Doku-Serie "Deutschland deine Künstler" gestand er: "Zwischen mir und dem Rest der Welt steht eine Glaswand." 

dpa

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