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Kultur Eine Koerppen-Uraufführung zum Reformationsfest
Nachrichten Kultur Eine Koerppen-Uraufführung zum Reformationsfest
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11:42 27.08.2017
Quelle: Villegas
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Hannover

Koerppen, der ehemalige Professor für Komposition an der hannoverschen Hochschule, verfolgte die Uraufführung persönlich. Er schrieb, ganz dem Titel des Festes entsprechend, eine Kantate für Alle. Denn die Noten zu den das Stück eröffnenden und beschließenden Chorälen waren im Programmzettel abgedruckt, und die Zuhörer in der sehr gut gefüllten Marktkirche waren aufgefordert mitzusingen. Was sie auch nach Kräften taten. Die Texte zu diesen Chorälen stammen von Koerppen selbst.

Dazwischen steht die Vertonung eines Psalmtextes. Das ist für eine Kantate nichts Ungewöhnliches. Ungewöhnlich in diesem Fall ist jedoch der Verfasser des Psalms. Er stammt aus der Feder des 2005 gestorbenen Kabarettisten und Autors Hanns Dieter Hüsch. HAZ-Chefredakteur Hendrik Brandt sagte in seinem Impulswort vor der Uraufführung, der Text sei weder komisch noch ironisch, wie bei Hüsch vielleicht zu erwarten, sondern unverstellt, direkt und klar. Er führe auf die Mitte hin, auf das Zentrum. Eine Möglichkeit also, sich zu sammeln und zu konzentrieren in einer Gesellschaft, die mit viel Unsicherheiten konfrontiert sei und an deren Rändern, so Brandt, es immer voller werde.

Fotostrecke Hannover Aus der Stadt: Das "Fest für alle" lockt in Hannovers Altstadt

Unverstellt und klar ist auch die Art und Weise, wie Koerppen diesen Text vertont hat. Die Worte des Mottos – vergnügt, erlöst und befreit – klingen eher nüchtern und überlegt als überschwänglich. Klare instrumentale Akzente, vor allem mit Bläsern und Schlagwerk, runden die Vertonung ab. Jörg Straube und der Bachchor Hannover konzentrierten sich, dieser Vorgabe folgend, ebenso klar und unverstellt auf die Worte.

Luthers Choräle gehören zum festen und bestens bekannten Repertoire. Wie sie abseits der Hörgewohnheiten auch klingen können, zeigten im Anschluss an die Uraufführung die Hannover Harmonists und Lutz Krajenski. Ein feste Burg ist unser Gott mal swingend – das geht auch.

Von Christian Schütte

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