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Kultur Programm des Tanzkongresses steht
Nachrichten Kultur Programm des Tanzkongresses steht
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00:16 15.04.2016
Von Daniel Alexander Schacht
Gemeinsam für den Tanz: Steven Markusfeld, Sandra Noeth, Friederike Tappe-Hornbostel, Jörg Mannes, Sabine Gehm, Katharina von Wilcke, Harald Härke und Christiane Winter (von links). Quelle: Rainer Surrey
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Hannover

„Wir freuen uns und sind stolz, dass der Tanzkongress in Hannover stattfindet“, sagt Kulturdezernent Harald Härke bei der Präsentation der Kongresspläne im Künstlerhaus – und stellt klar, dass Hannover mit seiner langen Tradition von Opernballett und freier Szene, von Tanztheaterfestival und Choreografenwettbewerb ein passender Ort für diese „Riesenveranstaltung“ sei. Im Kulturdezernat war man nach den Worten von Ballettdirektor Jörg Mannes und Ballettbetriebsdirektor Steven Markusfeld sofort offen für deren Vorschlag, sich als Austragungsort für den Tanzkongress zu bewerben, den die Kulturstiftung des Bundes seit 2006 veranstaltet. „Als wir die Bewerbung erarbeitet haben“, sagt Mannes, „war ich selbst überrascht, wie viel tänzerisches Engagement es in Hannover gibt.“

Sicher ist: Hannover hat sich gegen die Mitbewerber Dresden und München durchgesetzt und trägt damit erstmals den zum vierten Mal veranstalteten Tanzkongress aus. Auch zum ersten Mal zählt dabei ein etabliertes Staatstheater zu den Teilnehmern. „Dieser Tanzkongress ist ein Fanal dafür, dass es zwischen der freien Szene und festen Häusern heute ein gutes Miteinander gibt“, sagt Friederike Tappe-Hornbostel von der Kulturstiftung des Bundes. „Und er ist auch ein Zeichen dafür, dass es inzwischen eine Riesenwelle für Tanz und Bewegung in Deutschland gibt.“

Das Miteinander von etablierter und freier Tanzszene lässt sich in Hannover auch an den Auftrittsstätten ablesen. Außer Oper und Schauspiel werden beim Tanzkongress Veranstaltungsorte wie die Eisfabrik, die Orangerie und das Kindertheater genutzt. Die Veranstaltungen finden in englischer Sprache statt, sollen aber simultan übersetzt werden und richten sich zunächst an ein Fachpublikum von Tänzern, Choreografen und Ballettdirektoren, das sich bis zum 19. Mai anmelden muss. Aber Tanzkongressleiterin Sabine Gehm betont, dass auch Platz für Tanzfans sein wird. Genug Platz gibt es auf jeden Fall in dem sogenannten „Ausdruck-Mobil“, das während des Kongresses im Theaterhof zwischen Künstlerhaus und Schauspiel steht. Darin dokumentiert der Choreograf Martin Stiefermann die Spuren von rund 30 Ausdruckstänzern, die vor den Nazis aus Deutschland geflohen sind.

Die Distanz zu heutigen Tanzformen wird dabei durchaus absichtsvoll deutlich. Schließlich ist die Suche danach, was zeitgenössischen Tanz derzeit ausmacht, sozusagen das Oberthema des Tanzkongresses, was sich an seinem etwas bemüht wirkenden Motto „Zeitgenoss*in sein“ ablesen lässt.

Zu den Höhepunkten des Programms zählen daher – außer den Arbeiten von Boris Charmatz sowie Rachid Ouramdanes Deutschlandpremiere „Tenir le temps“ und der Inszenierung „Antes“ des Schweizers Guilherme Botelho – ein Abend mit dem unscheinbaren Titel „Update“. Dafür haben die Ballettexperten Mannes und Markusfeld elf Compagnien quer durch Deutschland eingeladen, um dem Publikum an einem Abend einen Überblick über aktuelle Inszenierungen zu bieten. „Das ist nicht einfach ein Querschnitt durch die Saison“, sagt Jörg Mannes, „denn dafür haben wir nur wirklich neue, ganz spannende Produktionen eingeladen – das ist wirklich große Klasse.“

Termine

  • Boris Charmatz: „20 Dancers for the XX. Century/Manger“ 16. April, 19 Uhr (nach dem „Warming Up“ auf dem Opernplatz um 18 Uhr).
  • Alias/Guilhermo Botelho: „Antes“ Erstmals am 17. Juni, 19 Uhr, Orangerie.
  • Staatsballett der Staatsoper Hannover/Jörg Mannes: „Der Besuch“ 17. Juni, 19 Uhr, Staatsoper.
  • Rachid Ouramdane: „Tenir le temps“ Erstmals 17. Juni, 20.30 Uhr, Schauspiel.
  • Maura Morales: „Stadt der Blinden“ 18. Juni, 21 Uhr, Eisfabrik.
  • „Tropical Sounds & Rhythms“ 18. Juni, 22 Uhr, Cumberlandsche Galerie.
  • „Update“ 19. Juni, 19.30 Uhr, Staatsoper
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