Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Kultur „Fikkefuchs“ – Pornos fälschen das Frauenbild
Nachrichten Kultur „Fikkefuchs“ – Pornos fälschen das Frauenbild
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:38 15.11.2017
Zwei auf dem falschen Trip: Thorben (Franz Rogowski, l.) und Rocky (Jan Henrik Stahlberg, r.) haben ihr Frauenbild aus Pornos gewonnen. Damit werden echte Eroberungen unwahrscheinlich. Quelle: Foto: Alamode
Anzeige
Hannover

Ab wann ist ein Mann kein Mann? Regisseur Jan Henrik Stahlberg geht in seiner provozierenden Mediensatire „Fikkefuchs“ der Frage nach den Auswüchsen vermeintlicher Männlichkeit in einer durchsexualisierten Gesellschaft nach – und überschreitet dabei Grenzen des guten Geschmacks.

Ex-Frauenschwarm träumt von besseren Zeiten

Rocky (Stahlberg) war früher ein Frauenschwarm. Heute hockt er in seiner traurigen kleinen Wohnung in Berlin und träumt besseren Zeiten als Rettungsschwimmer in Griechenland nach. Eines Tages klingelt Thorben (Franz Rogowski) an seiner Tür und behauptet, sein Sohn zu sein. Bislang wusste Rocky nichts von seinem Glück.

So könnte eine Versöhnungskomödie zwischen Vater und Sohn beginnen. Bei Stahlberg liegt der Fall anders: Thorben ist ein ungelenker Frauenhasser, der zu viele Pornos geschaut hat und das dort zur Schau gestellte Sexualverhalten ins wirkliche Leben überträgt. Nach einer versuchten Vergewaltigung ist er nach Berlin gereist, um von Rocky zu lernen, wie man Frauen anspricht. Alsbald ziehen die beiden durch Berlin, suchen Sex und reden ihre Unfähigkeit mithilfe von kruden sexistischen Theorien schön.

Zwei Protagonisten – blamiert bis auf die Knochen

Schrecklich unangenehm sind die Versuche der beiden. Man wünscht sich, sie würden noch viel härter von den Frauen abgestraft. Stahlberg entblättert die ganze Schwäche gestriger Männlichkeit – auch wenn diese dreiste Kinoattacke nicht unbedingt als Beitrag zur aktuellen Sexismus-Debatte taugt. Gelungen ist Stahlbergs Einsatz von Musik. Zu hören sind Hip-Hop-Songs des Frauenduos SXTN, das männliche Klischees gekonnt verdreht. Was am Ende bleibt, sind zwei bis auf die Knochen blamierte Protagonisten.

Von Jan Heemann / RND

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Maxim hat seinem Konzert auf dem Faust-Gelände in Hannover einen besonderen Namen gegeben: Spinatkonzert. Wahrscheinlich, weil es viele traurige Lieder gibt. Sein Auftritt war gut, wirklich gut.

Uwe Janssen 17.11.2017

In dem Roman „Leere Herzen“ beschreibt die Autorin Juli Zeh, was passiert, wenn die AfD die Regierung stellt. Der Roman wirkt aber teils zu sehr wie eine Moralpredigt.

14.11.2017

Ein bisschen tanzen, ein bisschen träumen und viel handgemachter Folk: Nach zwei Konzerten in Norwegen spielen die Mighty Oaks das erste deutsche Konzert ihrer "Higher-Place-Tour" im Capitol in Hannover und zeigen wieder einmal, dass gute Musik auch ohne viel Show auskommt.

17.11.2017
Anzeige