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Nachrichten Kultur Die unwirtlichen Orte des Wim Wenders
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15:38 16.09.2015
Regisseur und Fotograf: Wim Wenders war bei der Ausstellungeröffnung dabei. Quelle: dpa
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Berlin

Es sind unwirtliche Orte, aber sie ziehen den Betrachter magisch an: In einer Ausstellung in Berlin gibt der vielfach preisgekrönte Regisseur Wim Wenders (70) einen Einblick in seine Fotoarbeit. "Ich bin seit 30 Jahren zur Hälfte meines Berufslebens Fotograf", sagte er am Mittwoch. "Als Filmemacher bin ich Geschichtenerzähler, als Fotograf das Gegenteil: Da bin ich der Sammler von Geschichten."

Die farbigen Bilder, bis zu viereinhalb Meter breite Großformate, zeigen meist öde, einsame Landschaften in Deutschland und den USA seit 1960, einige Arbeiten sind erstmals zu sehen. "Ich bin kein Landschaftsfotograf", betonte Wenders ("Paris, Texas", "Der Himmel über Berlin") gleichwohl. "Mich interessieren die Spuren, die Menschen in Landschaften hinterlassen haben, was Landschaften über uns Menschen erzählen." So ist beispielsweise an zwei Bildern vom Potsdamer Platz abzulesen, wie rasant sich dieses Stück Land im Herzen Berlins zwischen 1992 und 1995 verändert hat. Ein Foto von einem brandenburgischen Spargelfeld bei Beelitz im vergangenen Jahr macht deutlich, was die Arbeit in diesen schier endlos scheinenden Sanddünen bedeuten mag.

Die Schau mit dem Titel "Time capsulses" (Zeitkapseln) in der Galerie Blain/Southern läuft im Rahmen der 4. Berlin Art Week. Insgesamt sind bei dem stadtweiten Kunstevent bis zum Sonntag mehr als 50 Ausstellungen zu sehen, über 80 000 Besucher werden erwartet. Zuletzt hatte das Museum Kunstpalast in Düsseldorf zu Wenders' 70. Geburtstag eine große Retrospektive seiner Fotoarbeiten gezeigt.

dpa

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