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Kultur Filmfest mit „The Imaginarium of Doctor Parnassus“ eröffnet
Nachrichten Kultur Filmfest mit „The Imaginarium of Doctor Parnassus“ eröffnet
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10:45 27.06.2009
Regisseur Terry Gilliam (rechts) und Schauspieler Verne Troyer Quelle: Lennart Preiss/ddp

Schließlich sei München nach Cannes erst die zweite Stadt, auf der sein neuer Film gezeigt werde. Die Deutschlandpremiere von „The Imaginarium of Doctor Parnassus“ bildet am Freitagabend den Auftakt des 27. Filmfestes München. Und es ist Gilliam, der der Eröffnungsgala den nötigen Glanz verleiht.

Der Regisseur ist zusammen mit dem kleinwüchsigen Schauspieler Verne Troyer („Austin Powers“) nach München gekommen und erhält vom Publikum langanhaltenden Applaus. Er gibt den angeblich einzigen Satz zum Besten, den er auf Deutsch kann („Und jetzt etwas ganz Anderes“), und scherzt, der Film sei eigentlich nicht für eine solch große Leinwand gemacht, sondern für die Handys und iPods der breiten Masse. Und er präsentiert dem Publikum seine Co-Produzentin Amy: „Leider ist ihr Nachname Gilliam.“ Es ist seine Tochter.

Festivalleiter Andreas Ströhl würdigt den Regisseur als „unerschrockensten Meister der entspannten Besessenheit“ und lobt dessen „grenzenlos wuchernde Fantasie“. Gilliams neuer Film sei eine “überwältigende halluzinogene Bilderorgie“, es sei ein „Kinderfilm für Erwachsene“.

„The Imaginarium of Doctor Parnassus“ ist der letzte Film mit Schauspieler Heath Ledger, der während der Dreharbeiten am 22. Januar 2008 an einer versehentlichen Überdosis Medikamente gestorben war. Johnny Depp, Jude Law und Colin Farrell führten Ledgers Rolle fort.

Der Film erzählt vom magischen Wanderzirkus des Dr. Parnassus (Christopher Plummer), der im Tausch gegen neue Jugend dem Teufel (Tom Waits) seine Tochter (Lily Cole) versprochen hat. Ledger und seine drei Nachfolger spielen Tony, der das Mädchen während Reisen durch parallele Realitäten zu retten versucht. Der bildgewaltige und mit ungewöhnlichen Einfällen gespickte Film soll am 3. Dezember in die deutschen Kinos kommen. Bei der Deutschlandpremiere ruft er im Saal keine Begeisterungsstürme hervor, wird aber mit reichlich Applaus bedacht.

Insgesamt sind auf dem Filmfest München, Deutschlands „größtem Sommer-Festival“, bis 4. Juli auf 15 Leinwänden mehr als 200 Filme zu sehen, darunter zahlreiche Uraufführungen und Deutschlandpremieren. Die Veranstalter erwarten mehr als 60 000 Kino- sowie rund 2500 Fachbesucher. Die Retrospektive ist diesmal dem britischen Regisseur Stephen Frears („Gefährliche Liebschaften“) gewidmet, der wie auch der frisch gekürte Cannes-Gewinner Michael Haneke („Das weiße Band“) zu den Festivalgästen zählt.

Unter den Besuchern der Eröffnungsgala sind neben Münchner und bayerischer Politikprominenz auch zahlreiche deutsche Film- und Fernsehstars: unter anderen Senta Berger, Veronica Ferres, Mario Adorf und Dominic Raacke.

Wie Gilliam beschränkt sich auch der bayerische Finanzminister Georg Fahrenschon (CSU), der den Freistaat auf der Bühne vertritt, auf ein paar launige Bemerkungen. Er verweist scherzhaft auf die Finanzkrise und das Ringen um den Quelle-Katalog und erklärt ein Monty-Python-Zitat aus „Das Leben des Brian“ zur persönlichen Motivationshilfe: „Am Ende, lieber Terry Gilliam, hat ihr Lebensmotto mir als Finanzminister in den letzten Monaten durchaus geholfen:
’Always Look on the Bright Side of Life’ (Schau immer auf die Sonnenseite des Lebens).“

ddp

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