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Kultur "Fix und Foxi"-Ausstellung startet in Hannover
Nachrichten Kultur "Fix und Foxi"-Ausstellung startet in Hannover
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20:34 11.11.2016
Von Daniel Alexander Schacht
Am 12.11 startet die Kauka-Ausstellung im Wilhelm-Busch-Museum. Quelle: Rainer Dröse
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Hannover

Wohin mit witzigen Ideen? Ganz einfach: In die „Witz-Annahme“. Die residiert in einer Fabrik mit der Aufschrift „Kauka Produktion“ – und darin hängen lauter abgeschnittene Bärte. „Die meisten Witze, die uns geliefert werden“, erläutert Fix dazu, „haben soo ‘nen langen Bart.“

Die Botschaft ist klar: Unter der Regie von Rolf Kauka, dem Erfinder des Fuchsduos, ist man mit der Aufnahme von Ideen für witzige Comics in ein Fix-und-Foxi-Heft äußerst wählerisch. So selbstbewusst sind die Comicmacher schon 1956 in einer Zeichnung, die vor den Toren der Fabrik eine Fix-und-Foxi-Flagge flattern und darüber ein Flugzeug mit Kauka-Banner kreisen lässt. Da waren Fix und Foxi nur drei Jahre alt und hatten gerade erst Gestalt angenommen – in den ersten Heften sind die zwei noch naturalistisch gezeichnet, ebenso wie Lupo, der anfangs eher böse als sympathische Wolf.

Solche Einsichten bietet im Wilhelm-Busch-Museum jetzt eine Ausstellung, die einfach so heißt wie die Kindheitshelden von drei Generationen Comicfans: „Fix und Foxi“. Immerhin von 1953 bis 2010, wenn auch mit Unterbrechungen, sind die Hefte mit den zwei Füchsen, mit Tom und Biberherz, dem Maulwurf Pauli und den Pichelsteinern erschienen. Viele Jahre war die frei nach Kauka „Kaukasien“ genannte Welt hierzulande beliebter als die von Disney, zeitweilig wurden 400 000 Exemplare von einem Heft gedruckt, die Gesamtauflage liegt bei 780 Millionen, das ist fast dreimal so viel wie alle Asterix-und-Obelix-Hefte zusammen.

Auch deren Erfolg hat Kauka begleitet, mit Lizenzausgaben, die die Gallier, zu „Siggi und Barrabas“ germanisiert, den Deutschen bekannt gemacht haben. „Rolf Kauka kommt das Verdienst zu, den Comic aus der Schmuddelecke geholt zu haben“, sagt Museumschefin Gisela Vetter-Liebenow bei der Präsentation der Ausstellung, die „umfassend wie nie zuvor“ in Kaukas Welt einführe.

Das Fuchsduo vom Erfinder Rolf Kauka ist ab Sonnabend im Wilhelm-Busch-Museum zu sehen.

Tatsächlich hat es 2015 bereits eine kleine Kauka-Ausstellung im Wiener Kunstforum der Bank Austria gegeben. Wieso in Wien? Nun, über Kaukas Comicwelt verfügt heute der Österreicher Stefan Piëch, der den Nachlass von Alexandra Kauka, der Witwe des 2000 verstorbenen Comicpioniers, erworben hat. „Kauka hat stets an die großen Märchenerzähltraditionen anzuknüpfen versucht“, sagt der Neffe des Volkswagen-Patriarchen Ferdinand Piëch im Wilhelm-Busch-Museum. „Er hat Till Eulenspiegel, Reineke Fuchs und Max und Moritz aufgegriffen – und Kauka wäre stolz, dass sein Werk jetzt hier zu sehen ist, denn er hat Wilhelm Busch als Pionier der Bildgeschichte besonders verehrt.“

Zwar zeigt die Ausstellung auch eine gezeichnete Witwe-Bolte-Variante mit Fix und Foxi anstelle von Max und Moritz. Doch Vetter-Liebenow hebt die Unterschiede hervor: Max und Moritz seien „Anarchisten des Streichs“, Fix und Foxi dagegen als positive und brave Vorbilder konzipiert.

„Kauka wollte zugleich an den Zeitgeist anknüpfen und ihn prägen“, sagt Ausstellungskurator Gottfried Gusenbauer, der Direktor des Karikaturmuseums Krems, der auch schon die Kauka-Schau im Wiener Kunstforum kuratiert hat. Fix und Foxi sind dabei meist Repräsentanten einer Ordnung, die Lupo vorübergehend durcheinanderbringt – das Fuchsduo als Reparaturbetrieb gegen das Chaos des Wolfes.

„Allerdings gewinnt der faule und verfressene Lupo im Laufe der Zeit Sympathien“, sagt Gusenbauer. Und darin schlägt sich der Zeitgeist der Beat-Generation nieder, ähnlich wie in der Darstellung von Außerirdischen der Sputnik-Schock oder in der Figur des autoritären Onkel Knax der Vorbehalt gegen Langhaarige. So können in dieser Schau die Enkel der ersten Leser von Vorlieben und Vorurteilen erfahren, mit denen ihre Großeltern aufgewachsen sind.

Die Enkelgeneration wird in der Ausstellung übrigens noch auf andere Weise adressiert. Denn zu sehen sind auch Ausschnitte von Comicfilmen aus der Kauka-Produktion, die jetzt im Bezahlsender „Fix & Foxi“ wieder laufen, der Stefan Piëch gehört. Wird es außer einer großen Vergangenheit auch eine Zukunft für das Fuchsduo geben – und das außer im Fernsehen auch in gedruckter Form? „Wir setzen auf eine nachhaltige Förderung“, formuliert Piëch vorsichtig.

Er kann sich eine Neuauflage alter Bildgeschichten vorstellen, doch von einer Neuproduktion ist keine Rede. Vorwärts zu neuen Bildgeschichten? Zu erwarten ist wohl eher ein Zurück nach Kaukasien.
„Fix und Foxi“. Bis 26. März 2017 im Wilhelm-Busch-Museum, Georgengarten. Eröffnung am Sonntag, 13. November um 11 Uhr.    

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