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Museen sollen sich um ihre Depotschätze kümmern

Forderung von "Kunst auf Lager" Museen sollen sich um ihre Depotschätze kümmern

Das Bündnis „Kunst auf Lager“ hat an die mehr als 6300 Museen in Deutschland appelliert, sich verstärkt mit den teils unbekannten Schätzen in ihren eigenen Depots zu beschäftigten. Dem Anfang 2014 gegründeten Bündnis gehören 14 Partner an. Sie investierten seither rund 23 Millionen Euro in mehr als 230 Förderprojekte.

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Ein Relief mit der Grablegung Christi am sogenannten Renaissance-Lettner von 1546 aus dem Hildesheimer Dom.

Quelle: dpa/Hollemann

Hannover. In den Sammlungen stecke großes Potenzial, der größte Teil sei wie bei einem Eisberg nicht zu sehen, sagte der Generalsekretär der Ernst von Siemens Kunststiftung, Martin Hoernes, am Montag in Hannover.

Dem Anfang 2014 gegründeten Bündnis gehören 14 Partner an. Sie investierten seither rund 23 Millionen Euro in mehr als 230 Förderprojekte. Zudem vergab das Bundesforschungsministerium weitere 18,9 Millionen Euro für langfristige Vorhaben. Gemeinsames Ziel ist es, Museumsbestände vor dem Verfall zu retten, digital zu erfassen und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Bis Dienstag diskutieren rund 250 Experten aus dem In- und Ausland auf Einladung der Volkswagenstiftung in Hannover über Strategien für Kulturgüter in Sammlungen. „Die Depots sind nicht die vergessenen Schmuddelecken oder staubigen Kammern der Museen, sondern Wissensspeicher“, betonte Hoernes. Die Politik müsse ihre Bedeutung erkennen und die Häuser entsprechend finanziell ausstattet. „Die Restauratoren kämpfen um ihre Bestände“, sagte er. Teilweise sei die Arbeit aber nicht zu schaffen. Viele Objekte seien seit dem Zweiten Weltkrieg oder noch länger nicht angefasst worden.

Der Generalsekretär der Volkswagenstiftung, Wilhelm Krull, kritisierte, dass die Event-Kultur die vergangenen 20 Jahre in den Museen geprägt habe. Dabei seien die Depots aus den Augen verloren worden. Die Partner des Bündnisses „Kunst auf Lager“ förderten bisher höchst unterschiedliche Projekte, darunter zuletzt die Rettung eines beschädigten Gemäldes von Pieter Breughel dem Jüngeren im Braunschweiger Herzog Anton Ulrich-Museum. Historische Wandteppiche oder Samurai-Rüstungen seien besonders schwierig zu restaurieren, berichtete Hoernes.

An großen Projekten in Niedersachsen sind auch die Stiftung Niedersachsen, die Niedersächsische Sparkassenstiftung sowie die VGH-Stiftung beteiligt. So wird das Roemer- und Pelizaeus-Museum bei der Errichtung eines neuen Zentraldepots für seine 300.000 Objekte unterstützt. Es beherbergt unter anderem eine international bedeutende Sammlung ägyptischer Kunst, das Depot ist allerdings derzeit auf sechs Standorte verteilt.

Das Projekt „Königsberger Straße“ im Freilichtmuseum am Kiekeberg im Kreis Harburg habe bundesweit Modellcharakter, sagte Sabine Schormann, Stiftungsdirektorin der Sparkassenstiftung. Das Museum in der Nähe von Hamburg will eine Tankstelle aus den 1960er Jahren, Siedlungshäuser und einen Kaufmannsladen originalgetreu aufbauen. „Es ist neuartig, dass sich ein Freilichtmuseum auf diese Weise der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg widmet“, sagte Schormann.

dpa

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