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So arbeitet die Bundeswehr in Afghanistan

Fotoausstellung So arbeitet die Bundeswehr in Afghanistan

Kriegsbilder aus Afghanistan: Daniel Pilar hat Soldaten der Bundeswehr bei ihrem Auslandseinsatz begleitet. Seine Bilder stellt er nun in der Galerie für Fotografie in der Eisfabrik aus. 

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Keine gute Sicht: Soldaten beim Rückzug von der Höhe 431 in Kundus.

Quelle: Daniel Pilar

Hannover. Daniel Pilar war im Krieg. Als Fotograf hat er den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan begleitet. Seine Fotos von insgesamt neun Reisen in das Land sind jetzt in der GAF, der Galerie für Fotografie in der Eisfabrik, zu sehen. „Afghanistan Endlos“ hat Daniel Pilar, der in Langenhagen geboren und bei bei Rolf Nobel an der Hochschule Hannover zum Fotoreporter ausgebildet wurde, seine Ausstellung genannt.

"Afghanistan Endlos" heißt die Foto-Ausstellung von Daniel Pilar in der hannoverschen Galerie für Fotografie. Der Bildjournalist begleitete Bundeswehrsoldaten beim Afghanistan-Einsatz. 

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Das Wort endlos hat etwas mit der Weite des Landes zu tun, aber auch mit der zermürbenden Warterei, die Soldaten im Auslandseinsatz zu ertragen haben. Und der Titel spielt auch auf die Situation im Lande an. Eine Änderung der Verhältnisse zum Besseren jedenfalls vermag der Fotograf dort nicht zu erkennen.

Nach den Reden zur Ausstellungseröffnung fragte eine Besucherin, ob man mit dem Bundeswehreinsatz in Afghanistan auch irgendetwas richtig gemacht habe und was man tun könne, damit sich die Situation dort zum Besseren wende. Pilars Antwort war eindeutig: „Der Bundeswehreinsatz war völlig sinnlos“. Und ob und was man dort richtig machen könne, das wisse er auch nicht: „Dazu fehlt mir der Horizont“.

Der Versuch, Ordnung in einer unordentlichen Welt zu schaffen

Die Absurdität des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan, die Rat- und Hilflosigkeit der Beteiligten, zeigt sich in vielen seiner Bilder. Am deutlichsten vielleicht in einem Foto, das Soldaten beim Räumen von Munitionsresten am Feldlager Kundus zeigt. Die Deutschen ziehen aus dem Lager ab und wollen – sehr deutsch – keinen Müll, hinterlassen. Also sammeln sie auf, was dort auf der Schießbahn liegen geblieben ist. Die Uniformen sind so staubbraungrau wie der karg bewachsene felsige Boden. Die Landschaft ist bergig und weit. Was auffällt: Jeder Soldat trägt einen knallroten Eimer mit sich. Das wirkt gleichzeitig traurig und komisch. Im Ganzen: absurd. „Es ist der Versuch, Ordnung in einer sehr unordentlichen Welt zu schaffen“, sagte der Journalist Eric Chauvistre, der mit Daniel Pilar nach Afghanistan gereist ist. Chauvistre war dort als Autor unterwegs, Pilar hat die Fotos für die Frankfurter Allgemeine Zeitung gemacht.

Infos zur Ausstellung

Die Galerie für Fotografie in Hannover (GAF) in der Seilerstraße 15d ist donnerstags bis sonntags jeweils von 12 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. 

Bei der Ausstellungseröffnung berichtete der Reporter von der Situation der Soldaten in Afghanistan, von der Warterei, von ihrer Ratlosigkeit. Er teilte eine interessante Beobachtung mit: „Je näher das Militär am Krieg dran ist, desto unmilitärischer erscheint es.“ Die Soldaten liefen dann in Flip-Flops und mit freiem Oberkörper durchs Lager, statt Schwarz-Rot-Gold würde eine Piratenflagge im Camp wehen und Dienstgrade spielten da kaum noch eine Rolle.
Momente geradezu absurder Lockerheit im Militärgefüge zeigt Daniel Pilar in vielen seinen Fotos. Auf einem Bild ist ein Rosengarten zu sehen, im Hintergrund befindet sich ein Militärgebäude, das jede Menge Baumarktcharme verströmt, und vorn grüßt ein Gartenzwerg. Deutschland im Militäreinsatz.

Was Daniel Pilar dagegen kaum zeigt, ist die Ästhetik des Krieges. Kampfeinsätze, mächtige Technik und Explosionen findet man in seiner Bilderauswahl nicht. Nur einmal ist der Rauch einer Explosion zu sehen, ganz am Rand des Bildes. Es war eine Übung.

    

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