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Wie Förster einen Hamster rettet

Lesung Frank Goosen Wie Förster einen Hamster rettet

Im Pavillon hat Frank Goosen seinen Roman „Förster, mein Förster“ vorgestellt. In dem Buch Buch geht es um den 50-jährigen Schriftsteller Förster, der sich mit einer Schreibblockade herumschlägt. Statt zu schreiben rettet er einen kleine Hamster und fährt mit fünf Freunden und seiner dementen Nachbarin gen Ostsee. Bleibt die Frage: Überlebt der Hamster?

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Frank Goosen liest im Pavillon.

Quelle: Irving Villegas

Hannover. Fußballtechnisch passiert heute ja nichts“, sagt Frank Goosen, Schriftsteller und stellvertretender Aufsichtsratvorsitzender des VfL Bochum, zu Beginn seiner Lesung im Pavillon. Goosen ist gekommen, um aus seinem aktuellen Roman „Förster, mein Förster“ (Kiwi, 336 Seiten. 19,99 Euro) vorzulesen. Der Roman erzählt aus der Perspektive Försters, der sich, 50-jährig, mit einer Schreibblockade herumschlägt. Dessen neuer Roman will fertig werden, bislang existiert aber nur der erste Satz. Und es gibt eben auch vieles andere zu erleben: So rettet er einen kleinen Hamster, der ihn anschließend eine Weile begleitet. Oder er fährt mit fünf Freunden und seiner dementen Nachbarin gen Ostsee. Auch schön.

Veranstaltungstipp

Am 14. Dezember liest Max Goldt alte und neue Texte um 20 Uhr im Pavillon.

Mit Fußball hat das Ganze also - ganz im Gegensatz zu den Vorgängerromanen „Raketenmänner“ oder „Sommerfest“ - wenig zu tun. Tatsächlich hat am Abend der Lesung aber der FC Bayern gespielt - und verloren. „Es gibt noch einen Gott“, sagt Goosen, als er die Nachricht aus dem Publikum erfährt. Es ist ein vertrautes Miteinander. „Aber ich gucke das ja nicht, es ist nicht meine Liga - und eure ja auch gerade nicht.“ Mit dieser abgeklärten Trockenheit witzelt er durch den Abend, dem Publikum im halb vollen Pavillon gefällt’s. Und das Thema Fußball kann er eben doch nicht so ganz lassen.

Goosen liest eine knappe Stunde aus dem Buch, stellt dem Publikum dabei die Hauptfiguren vor, als wären es alte Freunde. In der anschließenden Fragerunde möchte eine Zuschauerin wissen, ob sie ihm nicht fehlen. Und sie tun es. „In meinem Job hat man mit so vielen rundgelutschten Typen zu tun, dass man eine Sehnsucht nach Bekloppten bekommt“, sagt er. Noch nie habe er Figuren vermisst, aber dieses Mal sei es der Fall. Er denke deswegen bereits über einen zweiten Förster-Roman nach. Und hat sogar schon das Konzept für einen dritten. Er ist ein produktiver Mann, zwölf Bücher in 16 Jahren hat er geschrieben.

Was wird aus dem Hamster?

„Überlebt der Hamster?“, möchte eine andere Zuschauerin wissen. Goosen stutzt. Das sei schon sehr auffällig, erklärt er, um die 60 Lesungen habe es bis jetzt gegeben, 55 Mal sei diese Frage gekommen. „Nur einmal wollte jemand wissen, ob die Nachbarin überlebt.“

Einen autobiografischen Bezug zum Buch weist er von sich, Figuren und Handlung sind ausgedacht. „Kreativität schadet in diesem Beruf ja auch nicht“, fügt er süffisant an. Tatsächlich erinnert der Titel aber stark an das Gedicht Walt Whitmans „Oh Captain, my Captain“ - und in der Tat haben Goosen und Whitman am selben Tag Geburtstag. Und die Theaterstücke, auf die Förster im Roman zurückblickt, hat auch Goosen einst geschrieben. Fiktion und Realität gehen also doch manchmal ineinander über.

Fans dürfen sich übrigens freuen: Zwei weitere Romane von Frank Goosen werden verfilmt: „Radio Heimat“ läuft bereits im Kino am Raschplatz, unter der Regie von Sönke Wortmann erscheint im kommenden Jahr „Sommerfest“ und im Februar starten die Dreharbeiten zu „So viel Zeit“.

Von Katharina Derlin

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