Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Blenderei in der Businesswelt

Premiere für Musical Blenderei in der Businesswelt

Frank Loessers Musical „How to Succeed in Business Without Really Trying“ hat Premiere an der Staatsoper Hannover. Was so langatmig klingt, ist in Hannover aber eine ausgesprochen kurzweilige – und vom Publikum begeistert aufgenommene – Angelegenheit geworden.

Voriger Artikel
Imi und Imi
Nächster Artikel
Kindersoldaten, Sex und Liebe

Mathias Schlung und Lisa Antoni in Frank Loessers Musical „How to Succeed in Business Without Really Trying“.

Quelle: Thomas M. Jauk / Staatsoper Hannover

Hannover . Ach, wenn man doch auch nur einen Luftballon bräuchte, um auf der Karriereleiter nach oben zu fliegen – einfach so, völlig mühelos – wie jene Silhouette auf dem Programmheft der neuen Musicalproduktion der Staatsoper Hannover. „How to Succeed in Business Without Really Trying“ („Wie man Erfolg hat, ohne sich besonders anzustrengen“) heißt das Stück des großen Broadwaykomponisten Frank Loesser, das jetzt in Hannover Premiere hatte. Ein Mammuttitel – die amerikanische Zeitschrift „Variety hat ihn aus lauter Verzweiflung mal einfach mit dem kürzeren Buchstabensalat „HtSiBWET“ abgekürzt.

Was so langatmig klingt, ist in Hannover aber eine ausgesprochen kurzweilige – und vom Publikum begeistert aufgenommene – Angelegenheit geworden. Regisseur Matthias Davids, der hier 2006 schon Loessers „Guys and Dolls“ sehr erfolgreich inszenierte, hat aus dem Stoff eine sprachlich oft böse klingende, musikalisch dafür um so opulenter swingende Satire (herausragend: Joseph R. Olefirowicz mit dem Staatsorchester und musicalaffinen Gastmusikern) über den alten amerikanischen Traum gemacht, es tatsächlich vom Tellerwäscher bis zum Millionär zu schaffen.

Frank Loessers Broadwaymusical „How to Succeed in Business Without Really Trying“ feierte in der Staatsoper Hannover eine umjubelte Premiere. Eine Bildergalerie:

Zur Bildergalerie

David widersteht der Versuchung, das über 50 Jahre alte Stück, das erstaunlich viele Anknüpfungspunkte dafür böte, ins Hier und Heute zu übersetzen. Er belässt es – mit Bühnenbildner Mathias Fischer-Dieskau und Kostümbildnerin Judith Peter – in den Sechzigern, angefangen von den alten Schreibmaschinen, auf denen die Sekretärinnen der World Wide Woppel Company herumtippen (zum Beispiel bei der herrlichen Ensemblenummer „Mit Sekretärinnen spielt man nicht“) , bis hin zu den Kostümen der Damen in zeittypischem Rosa, Orange oder Grellgelb.

Retro ist in – siehe „Mad Men“, jene so erfolgreiche, amerikanische Fernsehserie, um eine Handvoll Werbeleute in den Sechzigern in New York. Und auch in nostalgischem Ambiente lässt sich herrlich zeigen, was Loesser und Davids mit viel Wortwitz und feiner Ironie aufspiessen wollen, eine Businesswelt, in der Blenderei alles ist und Ehrlichkeit höchstens ein paar Sekunden währt.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Der alltägliche Mythos
Gibt es hier irgendwo ein Problem? An der Staatsoper Hannover darf Siegfried (Robert Künzli, Vierter von links) auch Supermann sein – hier verpasst er es allerdings, einen kleinen Irrtum auszuräumen.

Deckel drauf: Barrie Kosky und Wolfgang Bozic schließen ihren hannoverschen „Ring“ mit einer umstrittenen „Götterdämmerung“. An der Staatsoper Hannover darf Siegfried auch Supermann sein.

mehr
Mehr aus Kultur
James & Priscilla im Pavillon

James & Priscilla im Pavillon.