Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
„Aufgeben wäre zu einfach“

Gaby Kösters Roman „Aufgeben wäre zu einfach“

Acht Jahre ist es her, dass sich Gaby Kösters Leben durch einen Schlaganfall komplett gewandelt hat. In ihrem ersten Roman, den sie heute in Hannover vorstellt, hat die Kölner Kabarettistin auch ihr eigenes Schicksal verarbeitet. „Ich will zeigen, dass man alles schaffen kann - egal ob mit Handicap oder ohne", sagt sie.

Voriger Artikel
„Best Off“ kommt in den Pavillon
Nächster Artikel
Metzmacher will auswärtige Besucher anlocken

„Eher Sitcom als Standup“: Gaby Köster arbeitet an ihrem Comeback.

Quelle: Stephan Pick

Hannover. Die Parallelen zwischen Roman und Kösters Leben sind unverkennbar: Wie ihre Romanheldin, die Rocksängerin Marie Sander, war auch Köster auf der Bühne zu Hause - doch beide wurden durch einen Schlaganfall aus ihrem gewohnten Alltag gerissen. „In Marie Sander steckt zu 90 Prozent Gaby Köster“, sagt die Komikerin. Am 8. Januar 2008 war sie in ihrem Kölner Haus zusammengebrochen, die Diagnose: Schlaganfall. Mehr als drei Wochen lag sie im künstlichen Koma, als sie aufwachte, war sie halbseitig gelähmt, war lange Zeit auf den Rollstuhl angewiesen. Auch ihre Romanheldin sitzt seit dem Schlaganfall im Rollstuhl - und verfolgt trotz Handicap eine Verbrecherbande durch Europa.

Die Schauspielerin und Komikerin hat sich ganz bewusst dafür entschieden, in dem Roman ein Alter Ego zu schaffen - aus ganz praktischen Gründen. „Es ist einfach einfacher, über meinen eigenen Alltag zu schreiben“, sagt Köster, deren linker Arm „noch immer nicht geht“. „Ich musste feststellen, dass ein zweiter Arm doch ziemlich hilfreich sein kann“, witzelt sie. Und eben diese kleinen Erfahrungen - was im Alltag nun eben nicht mehr ganz so selbstverständlich funktioniert wie vorher - fließen in das Buch mit ein.

Doch der Roman soll nicht nur unterhalten, er soll auch anderen Menschen helfen, mit ähnlichen Schicksalsschlägen zurechtzukommen, sagt Köster. „Ich will zeigen, dass man alles schaffen kann - egal ob mit Handicap oder ohne.“

Ob sie zwischenzeitlich ans Aufgeben gedacht hat? „Das wäre zu einfach und zu öde“, sagt sie. Natürlich gebe es auch trübe Tage - doch die zu überstehen sei mit ganz viel Humor und Geduld möglich. „Das ist die größte Herausforderung meines Lebens.“ Doch die Resonanz auf ihren Roman gebe ihr viel Mut. „Oft kommen Leute zu mir und sagen, ich hätte ihnen mit der Geschichte Mut gemacht - das ist eine riesige Freude.“

Und auch wenn sie momentan noch nicht wie ein „überdrehtes Duracell-Häschen über die Bühne hüpfen kann“, die Karriere an den Nagel hängen komme auch nicht infrage. „Bei mir muss man mit allem rechnen“, sagt Köster, die gerade ihr TV-Comeback bei RTL plant. Ende Januar wird die erste Folge der Castingsendung „Die Puppenstars“ mit Köster in der Jury ausgestrahlt. Auch eine Livetour sei nicht ausgeschlossen: „Das wird dann halt eher ‘ne Sitcom als Stand-up - aber das macht ja nichts.“ Was konkret in Aussicht sei, kann Köster allerdings noch nicht sagen. „Ich bin auf jeden Fall schon angesprochen worden - mal sehen, was daraus wird.“ Nur eines sei sicher: „Ich will weitermachen.“

Gaby Köster stellt ihren ersten Roman „Die Chefin“ heute am Flughafen Hannover vor. Die Lesung beginnt um 20 Uhr.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur
James & Priscilla im Pavillon

James & Priscilla im Pavillon.