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Galerie Koch zeigt Bilder von Andrea Neuman

Kunstausstellung Galerie Koch zeigt Bilder von Andrea Neuman

„Das große Glück der klaren Verhältnisse!“ hat die Malerin Andrea Neuman eine Bilderserie genannt – und damit wohl auch etwas über das Geheimnis ihrer Kunst verraten. Die hannoversche Galerie Koch widmet ihr nun zum zweiten Mal eine Einzelschau.

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Andrea Neumann: „Da fühlte ich, dass ich glücklich gewesen war“ (2009).

Quelle: Handout

„Das große Glück der klaren Verhältnisse!“ hat die Malerin Andrea Neuman eine Bilderserie genannt – und damit wohl auch etwas über das Geheimnis ihrer Kunst verraten. Die Künstlerin scheint magisch angezogen zu sein von zufälligen Ansammlungen von Menschen, wie man sie auf Plätzen oder Straßen findet. Sie gibt sich aber nicht mit der Zufälligkeit zufrieden, sondern versucht, Strukturen, Konstellationen, Beziehungen zwischen Individuen und Gruppen – möglichst klare Verhältnisse – herauszuarbeiten.

Die Figuren auf den Bildern der 1963 in Bad Salzuflen geborenen und an der Hochschule der Künste in Berlin ausgebildeten Künstlerin wirken flüchtig besehen wie gemalt, sie sind aber fotografiert. Neuman übermalt Fotografien mit Ölfarben; Bilder der Menschenschlangen vor dem Berliner Reichstagsgebäude, der Passanten auf dem Petersplatz in Rom, von New Yorker Straßenkreuzungen und neuerdings auch Fotos aus dem Familienalbum. Streng genommen ist sie Hintergrundmalerin.

Manches auf den Fotografien, die sie auf Aluminium klebt und dann überarbeitet, hebt die Künstlerin hervor, manche Details löscht sie ganz aus. Während sie früher poppig-grelle Hintergründe bevorzugte, baut sie in ihren neueren Bildern Gruppen häufig in romantische Umgebungen aus gedeckten Farben ein. Oder sie isoliert einzelne Figuren, wie man es von Caspar David Friedrich kennt.

Personen, die in belebten New Yorker Straßen abgelichtet wurden, finden sich bei ihr in einer Art Mönch-am-Meer-Situation in dunstiger Landschaft wieder. Pilger und Touristen aus Rom wirken wie in ein lehmiges Nirwana strafversetzt, und Bootsfahrer rudern in zinnoberroten Gewässern so, als wären sie in eine virtuelle Matrix verbannt worden. „Da fühlte ich, dass ich glücklich gewesen war“ ist ein wehmütig grundiertes Bild: eine Übermalung eines Privatfotos – manche der Abgebildeten leben nicht mehr. In immer neuen Konstellationen gelingen Neuman spannungsvolle Kompositionen.

Galerie Koch, Königstraße 50, Hannover, bis 26. Juni, dienstags bis freitags 10 bis 18 Uhr, sonnabends 10 bis 14 Uhr.

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