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Ginkgoa und Chico Trujillo im Pavillon

Fiesta-Boygroup zum Finale Ginkgoa und Chico Trujillo im Pavillon

Was für ein Finale. Weit nach Mitternacht ist die Tanzfläche vor der Bühne im Pavillon noch rappelvoll. Die chilenische Partyband Chico Trujillo hat auch diejenigen, die sich normalerweise nur zu gern auf ihren Sitzplätzen festtackern,  hochgerissen.

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Ginkgoa im Pavillon.

Quelle: Franson

Hannover. Da fällt es kaum auf, dass das Abschlusskonzert des Masala-Weltbeatfestivals nicht gerade ausverkauft ist, was nicht am Programm liegt, sondern vielmehr an der Konkurrenz aus Lange Nacht der Theater, Starshow auf der Expo-Plaza und warmen Wetter. Zudem lockte der eigene Masala-Weltmarkt des Pavillon-Teams Sonnabend und Sonntag Hunderte Weltmusik-Fans auf den Andreas-Hermes-Platz.

Ginkgoa und Chico Trujillo beim Masala-Festival im Pavillon.

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Wer abends noch im Pavillon durchhielt, bereute es nicht. Seit 15 Jahren führen Chico Trujillo die große Welle des Nuevo Cumbia Chilena an und füllen damit in ihrer Heimat ganze Stadien. Der Grundrhythmus, der sich ursprünglich von einem afrikanischen Kreistanz ableitet, wird in Lateinamerika an jeder Ecke zelebriert. Die zehnköpfige Fiesta-Boygroup (Hawaiihemden, Hipsterbärte) setzt Elemente aus Rock, HipHop, Ska und Reggae zu und bringt die eher gemächlich dahintrottende althergebrachte Cumbia ordentlich auf Zack. Bei ihr klingt es schnell, knackig, scharf  und so gar nicht nach südamerikanischer Einerlei-Latinband. Zur Not rappt der coole Frontmann Aldo „Macha“ Asenjo die Texte mit rauchiger Stimme. Das alles macht großen Spaß, allerdings bleiben die wenigsten Stücke wirklich im Ohr.

 

Einprägsamer sind da die Lieder der französischen Elektro-Swing-Band Ginkgoa (ja, der Name kommt vom Ginko Baum), die das Doppelkonzert am Sonnabend eröffneten. Die aus New York stammende Sängerin Nicolle Rochelle und  der Pariser Gitarrist Antoine Chatenet, begleitet von Schlagwerk, elektrischem Kontrabass und Klarinette, kombinieren Swing aus dem alten New York mit modernem Elektro. Ihre französischen Songs mit amerikanischen Vibes und amerikanische Songs mit französischem Touch erinnern an Caro Emerald oder Caravan Palace und versprühen gute Laune. Unterlegt mit elektronischen Beats sind sie auch für alle tanzbar – was bei der Zugabe „Don’t give a Damn“ fast schon in Ekstase ausartet. Allen voran  Sängerin Nicole Rochelle – da macht sich ihre erste Karriere als Schauspielerin und Musicaldarstellerin bemerkbar – die neben ausdrucksstarker Stimme auch eine mitreißende Revue auf der Bühne bietet, inklusive Steptanz- und Charleston-Einlagen. Ganz so stilsicher ist die Mehrheit des Publikums zwar nicht. Dafür zeigt es Kondition: Erst nach vier Stunden Doppelkonzert klingt die Tanzwut allmählich ab.

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