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Gnadenfrist fürs Theater für Niedersachsen

Förderungsbeitrag halbiert Gnadenfrist fürs Theater für Niedersachsen

Die Region Hannover unterstützt das Theater für Niedersachen (TfN) ein Jahr länger als bisher geplant – allerdings nur noch mit dem halben Betrag. Das ist das Ergebnis einer außerplanmäßigen Sitzung des Regionsausschusses am Freitag.

Hannover. Die Region Hannover unterstützt das Theater für Niedersachen (TfN) ein Jahr länger als bisher geplant. Das ist das Ergebnis einer außerplanmäßigen Sitzung des Regionsausschusses am Freitag. Bisher hatte Regionspräsident Hauke Jagau geplant, den Vertrag zum 31. August 2013 zu beenden, jetzt läuft er ein Jahr länger. Allerdings halbiert die Region ihren bisherigen Zuschuss von 587 000 im letzten Jahr um die Hälfte auf höchstens 293.500 Euro, berichtete Regionssprecherin Christina Kreutz. Eine solche Lösung war nach ihren Angaben beim Spitzentreffen zwischen Kulturministerin Johanna Wanka, dem Regionspräsidenten und Vertretern von Stadt und Landkreis Hildesheim ins Gespräch gebracht worden. Zuvor hatte das Land zugesagt, das TfN mindestens bis zum Jahr 2014 weiter zu fördern.

Die CDU in der Regionsversammlung rechnet nach der gestrigen Entscheidung damit, dass die Region das TfN über das Jahr 2014 hinaus keinesfalls finanziell unterstützen wird. Unklar ist derzeit, was das für die Zukunft des Theaters und für die Gastspiele in der Region bedeutet. Das TfN hat seinen Stammsitz in Hildesheim und ist auch als Tourneebühne unterwegs.

Die Region ist am TfN über den Zweckverband Landesbühne beteiligt, seit die ehemalige Landesbühne ihr Haus in der Bultstraße aufgab und mit dem Hildesheimer Theater fusionierte. Dem Zweckverband gehören außerdem drei kleinere Kommunen an, die sich mit jährlich insgesamt 80.000 Euro beteiligen. Das Land zahlt für das Theater gut sechs Millionen Euro, Stadt und Landkreis Hildesheim je 3,2 Millionen Euro. Pro Saison gibt das TfN 50 Aufführungen an elf Orten im Umland sowie 32 im Theater am Aegi.

Mit der geplanten Kündigung des Gesellschaftervertrages will Jagau nach eigenen Angaben eine Diskussion über die Kulturförderung in der Region in Gang bringen. Insgesamt stehen für die Kultur in der Region pro Jahr 850 000 Euro zur Verfügung.

Der CDU-Kulturpolitiker Bernward Schlossarek bezeichnete die gestrige Entscheidung als „tragisch“. „Das ist ein echter Kahlschlag“, sagte er. Jetzt fehle jeder Verhandlungsspielraum. Er finde es bedauerlich, dass über die Zukunft des Theaters nicht geredet werden könne. Schlossarek kritisierte darüber hinaus die Zurückhaltung der Verwaltung bei den Zahlen. „Wir Politiker sind beim TfN im Blindflug unterwegs“, meinte das Mitglied der Regionsversammlung. Bei anderen Unternehmen, die zur Region gehörten, oder an denen sie beteiligt sei, gebe es eine detaillierte Aufschlüsselung über die Finanzen, nur nicht beim Theater für Niedersachsen.

Matthias Klein

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