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Gregor Gysi stellt neue Autobiografie vor

Ausverkaufte Lesung im Pavillon Gregor Gysi stellt neue Autobiografie vor

Wie es sich anfühlt, vom gehassten Politiker zu einer der bekanntesten Figuren der Linken Bewegung zu werden, beschreibt Gregor Gysi in seiner Autobiografie "Ein Leben ist zu wenig". Hunderte Hannoveraner lockt der Politiker am Montagabend zu seiner Lesung im Pavillon.

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Autogramme vom Politiker: Gregor Gysi unterschreibt seine Biografien nach der Lesung  im Pavillon.

Quelle: Petersen

"Ich bin nicht klein - ich bin kurz - und das ist ein wesentlicher Unterschied", sagt der Präsident der Europäischen Linken. Das Publikum lacht. Mehr als einen kleinen Tisch und einen Stuhl braucht Gregor Gysi nicht, um die Zuschauer zu unterhalten. Und auch, wenn er im Pavillon bei "Gysi liest" nicht ein Mal sein Buch in die Hand nimmt und tatsächlich Passagen aus der Autobiografie vorliest, so sorgt der Rechtsanwalt und Politiker doch für eine komplett ausverkaufte Lesung. Viel lieber erzählt Gysi die Geschichten, die er auch zu Papier gebracht hat.

In "Ein Leben ist zu wenig" schreibt der Oppositionsführer von seinen zahlreichen Leben. Von seiner Kindheit und Jugend in der DDR, seinem Jurastudium, seinem Leben als Anwalt, Politiker und Moderator. "Es war in der DDR außergewöhnlich, dass wir ein Hausmädchen hatten - aber außergewöhnlich wollte ich nie sein", sagt der Sohn des DDR-Kultusministers Klaus Gysi. In der Grundschule hätten nur die sechs Klassenbesten auf das Gymnasium gehen dürfen. "Ich war der Sechste und habe immer kämpfen müssen, nicht der Siebte zu sein. Aber den Ehrgeiz Fünfter zu werden, den hatte ich nie -  und das beschreibt meinen Charakter ziemlich genau", sagt Gysi.

Gergor Gysi liest im Pavillon

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Es sind neben den ernsten, politischen Geschichten, wie die Zeit in der SED und als Parteivorsitz der PDS, vor allem die persönlichen Erlebnisse, die das Publikum von Gysi hören möchte. Humorvoll berichtet er von seiner ersten Rede im Bundestag und lispelnden Koberern auf der Hamburger Reeperbahn. Und immer wieder schlägt Gysi den Bogen zum Heute.

"Was wir gerade erleben, ist die Gegenbewegung zur Globalisierung", sagt der 69-Jährige. Phänomene wie die Trump-Regierung seien deshalb beliebt, weil sie vermeintlich günstig und schnell seien. "Wir müssen an die Menschen denken, die in unserer Gesellschaft Unten sind und sich abgehängt fühlen. Sonst fliegt uns hier bald alles um die Ohren", so Gysi. Und so viele "unterschiedliche Leben" der Politiker auch hatte, eines würde er gerne noch führen: "Wenn ich an Wiedergeburt glauben würde, würde ich  im nächsten Leben Facharzt für Neurologie und Psychiatrie werden wollen", sagt der 69-Jährige bestimmt.

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