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Kultur „Ich wollte nie Dirigent werden!“
Nachrichten Kultur „Ich wollte nie Dirigent werden!“
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18:24 23.10.2014
Er ist ein guter Musiker, und das hat sich auch schon herumgesprochen: Mit Beginn der Spielzeit 2015/2016 wird der Gimeno Chefdirigent des Orchestre Philharmonique du Luxembourg. Quelle: Eberstein
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Hannover

Was im ersten Moment vielleicht etwas pathetisch klingt, folgt Gimenos fast händeringendem Versuch, Worte für das zu finden, was er mit einem der musikalischen Überväter des vergangenen Jahrhunderts erlebt hat. „Es war ein sehr offener, entspannter Kontakt, sowohl musikalisch als auch menschlich“, sagt Gimeno.

Dass es überhaupt zu dieser Freundschaft gekommen ist, ist ähnlich erstaunlich: Gimeno, von Haus aus Schlagzeuger, spielte zwölf Jahre lang als Solo-Perkussionist im Royal Concertgebouw Orchestra in Amsterdam. „Ich wollte nie Dirigent werden, aber ich wollte immer dirigieren“, sagt er. „Ich hatte den Eindruck, dass mir das, was ich dabei lerne, hilft, ein besserer Musiker zu sein.“

Er ist ein guter Musiker, und das hat sich auch schon herumgesprochen: Mit Beginn der Spielzeit 2015/2016 wird der 38-Jährige Chefdirigent des Orchestre Philharmonique du Luxembourg, vorher erweitert er die illustre Reihe seiner Gastdirigate um Stationen beim City of Birmingham Orchestra und Tonhalle Orchester Zürich.

Als man ihn fragte, ob er nicht am kommenden Freitag auch in Hannover ein Benefizkonzert zugunsten der Arbeit von Live Music Now (LMN) dirigieren wolle, habe er keinen Moment gezögert, sagt Gimeno. Und er sagt, dass er den Verein LMN vorher gar nicht kannte. Dass er nichts von der Idee des Gründervaters Yehudi Menuhin wusste, junge begabte Musiker zu unterstützen und ihre Musik gleichzeitig zu Menschen zu bringen, denen es aus verschiedensten Gründen verwehrt ist, Konzerte zu besuchen. Das ist irgendwie auch verständlich, denn in Spanien, wo Gimeno geboren wurde und studiert hat, gibt es den Verein nicht. In Amsterdam, wo er mit seiner Familie lebt, auch nicht.

Der Grund, weshalb Gimenos Bekenntnis zu diesem Konzertanlass trotzdem plausibel wirkt, liegt an dem, was er kurz vorher gesagt hat: „Es kommt nicht darauf an, ob einer Geige spielt oder Schlagzeug. Es kommt als Musiker darauf an, wer man ist, wen man getroffen, welche Erfahrungen man gemacht hat.“ Und um genau diese Persönlichkeitsbildung gehe es LMN in Hannover seit zehn Jahren, sagt Eva-Maria Conrads-Heckner, im Vereinsvorstand für Marketing und PR zuständig.

Wenn Gimeno am Freitag die NDR Radiophilharmonie leitet, treten auch zwei der wohl bekanntesten LMN-Stipendiaten auf: Igor Levit, derzeit einer der international sehr beachteten Pianisten, spielt Ludwig van Beethovens 5. Klavierkonzert. Alexandra Conunova-Dumortier, jüngst Siegerin beim Joseph Joachim Violinwettbewerb, ist Solistin in Beethovens Romanze Nr. 2.

von Charlotte Schrimpff

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