Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Jazz-Legende Al Jarreau begeistert in Hannover

Theater am Aegi Jazz-Legende Al Jarreau begeistert in Hannover

Al Jarreau ist in vielen Stilrichtungen zu Hause. Bei seinem Hannover-Konzert am Mittwochabend im Theater am Aegi zeigte er aber, wo er zu Legende geworden ist: im Jazz.

Voriger Artikel
Musikland Niedersachsen hilft geflüchteten Musikern
Nächster Artikel
Status Quo erfinden sich neu

Jazz-Legende Al Jarreau.

Quelle: Tom Althaus

Hannover. Dieses verschmitzte Lächeln. Als Al Jarreau dem Publikum am Theater am Aegi dieses charismatische Lächeln mit den weit ausgebreiteten Armen am Mittwochabend zuwirft, bricht tosender Applaus aus. "I love this little town, so sweet and tender und gentle" - mit diesem Charme gewinnt er die Zuschauer sofort. Die Jazzlegende wirkt mit ihrem 76 Jahren beim Betreten der Bühne ein wenig zerbrechlich: Jarreau muss sich stützen lassen, als er mit Krücken die Bühne betritt. Doch sobald er sitzt und singt, hat man das Gefühl, er springe jeden Moment auf um mitzuswingen.

Der Soulsänger Al Jarreau hat im Theater am Aegi ein Konzert gegeben.

Zur Bildergalerie

Seit 40 Jahren ist der Jazzmusiker auf der Bühne und diese Vertrautheit mit dem Publikum ist auch an diesem Abend spürbar, wenn er im entspannten Plauderton vom Ripon College in Wisconsin spricht, während er an seinem O-Saft ("mit Wodka" sagt er schelmisch dazu) nippt. Oder von seinem Spaziergang in Hannover erzählt, wo er an einem Platz vorbeikam mit Zelten und trinkenden Menschen. "Ich wandere aus", sagt er verschmitzt mit Anspielung auf die US-Wahl

Er ist bis heute der einzige Musiker, der in drei Musikrichtungen den Grammy Award erhalten hat: Jazz, Pop und Rhythm'n'Blues. Viele Stile haben ihn geprägt, doch dieser Abend ist geprägt von Soul und Jazz. Begleitet von der NDR Big Band singt er in einem gut zweistündigen Konzert Songs von Duke Ellington, dem legendären amerikanischen Jazzkomponisten und Pianisten, darunter Songs wie "Mood Indigo", "Take Five", "Take The "A" Train", "Lush Life" und "In a Mellotone". Seine ehemals samtwarme Stimme hat ein leichtes Kratzen bekommen, aber der Spaß am Scat, dem jazzigen Improvisieren mit Silben, ist geblieben.
Die Band spielt lässig mit, richtig stark sind die Solo-Improvisationen von Posaune,  Trompete und Querflöte.

Jarreau kann ein ganzes Orchester imitieren, Zunge, Stimmbänder und Zwerchfell sind zu unfassbaren Klängen und Geräuschen fähig. Vor allem die tiefe Bauchstimme erreicht ein dunkles Vibrato, mit dem man sich wohlig zudecken und in den Schlaf singen lassen möchte.

Von Katharina Derlin

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur
Milow spielt im Capitol