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Punk und Party – die Donots im Capitol

Konzert in Hannover Punk und Party – die Donots im Capitol

Die Donots machen am zweiten Tag ihrer Tour in Hannover halt. Im Capitol präsentieren sie ihr neues Album „Lauter als Bomben“. Ein Spaß für Band und Publikum.

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Die Donots im Capitol.

Quelle: Florian Petrow

Hannover.  Schon beim ersten Song fliegt etwas über die Köpfe des Publikums. Vielleicht ist es ein Becher, vielleicht ein Stück Papier, so schnell ist das nicht erkennen. Dennoch ist das ein Zeichen dafür, dass zumindest das Publikum beim Konzert der Donots im Capitol willens ist, ein paar Grenzen zu überschreiten. Vor dem zweiten Song, der Titelsong des neuen Albums „Lauter als Bomben“, versucht Frontmann Ingo Knollmann zunächst, den Bandnamen anzusagen – das Publikum kommt ihm mit lauten Rufen zuvor. Knollmann begnügt sich mit einem fröhlichen „Wir fahren diesen Zug mit 250 gegen die Wand.“ Beim dritten Song zieht Schlagzeuger Eike Herwig sein T-Shirt aus, beim vierten verlangt Knollmann „Menschengulasch“, was er damit meint, ist ein Moshpit. Das Publikum im gefüllten Capitol gibt es ihm gerne. 

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Donots im Capitol: Bilder vom Hannover-Konzert.

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Seit 25 Jahren existieren die Donots schon, das aktuelle Album „Lauter als Bomben“ ist ihr elftes, und das zweite, auf dem sich ausschließlich Lieder mit deutschen Texten finden. Beim Konzert spielt die Band eine fröhliche Mischung aus Lieder mit deutschen und solchen mit englischen Texten, der Hit „Whatever happened to the 80‘s“ muss natürlich dabei sein, genau wie „Stop the clocks“. Aber eben auch „Das Ende der Welt ist längst vorbei“ oder „Whatever Forever“ mit der schönen Mitgrölzeile „Nichts gesagt und alles so gemeint“. 

Die Band - vor allem der wieselartig-drahtige Knollmann – hält während des gut anderthalbstündigen Konzertes die Energie hoch, Knollmann klettert auf die Monitorboxen, rennt von einer Ecke der Bühne in die andere und geht auch mal ins Publikum. Sein Bruder, Guido Knollmann, der Gitarrist der Truppe, tut es ihm nach und schwingt von Zeit zu Zeit energisch seine Gitarre hinter den Rücken, Drummer Herwig verschwindet im Prinzip die ganze Zeit hinter seinen langen Haaren, die im Rhythmus des Schlagzeugs vor sein Gesicht wehen. Das Publikum dankt es den Donots, indem es vor der Bühne immer wieder gegen- und aneinander rennt. 

Punk, in der Interpretation der Donots, ist hauptsächlich eine Spaßveranstaltung, bei der es darum geht Mitzugrölen und dabei betrunken zu werden. Spaßpunk, Saufpunk, Grölpunk, der – wie in „Das Ende der Welt ist längst vorbei“ - aus einem nie näher erklärten gesellschaftlichen Niedergang noch ein wenig anarchische Party herauskitzeln möchte.

Die Donots dürften eine der letzten großen Punktruppen sein, die mit dieser Art von Musik - ein wenig in der Tradition der zum Schlager abgewanderten Toten Hosen, ein wenig in der der viel politischeren Ärzte, ein wenig in der des kalifornischen Surfpunk à la The Offpring – noch große Hallen füllen.

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Punkrockband Donots spielt in der großen Pause.

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Selbstverständlich, Knollmann positioniert sich in seinen Ansagen sich immer wieder gegen Nazis, beispielsweise von einem Akustik-Set an der IGS Roderbruch am Tag des Konzertes erzählt und meint: „Wir und die Kinder da, wir waren uns alle einig: Nazis sind scheiße“. Oder hält die Flagge der Antifa und die der mit einem T-Shirt-Stand anwesenden Aktion „Kein Bock auf Nazis“ auf der Bühne hoch und meint: „Es wäre schön, wenn wir alle zusammen stehen würden, diese Welt ist schon beschissen genug.“ Dennoch bleibt fatalistisches Gefeiere einer eher schwammigen Endzeit der Kern der Sache - Spaß macht‘s schon, Erlösung von der Beschissenheit der Welt gibt‘s keine. Außer eben grölen und saufen.

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Ob Open-Air oder überdacht: 2018 stehen etliche Konzerte in Hannover an.

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Von Jan Fischer

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